ÖRKÖ-Dokumente Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)

Aktuelles - Volltext

Schöpfungsgottesdienst

Vor einigen Jahren haben die im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich vertretenen Kirchen beschlossen, die Zeit von Anfang September bis Mitte Oktober als Schöpfungszeit zu begehen. In dieser Zeit soll den Menschen in verstärktem Maße der Platz und die Verantwortung innerhalb einer Welt, die sie als Gottes Schöpfung bekennen, bewusst werden. Der diesjährige Gottesdienst findet am Freitag, den 17. September um 19.00 Uhr in der r.k. Pfarrkirche im Kahlenbergerdorf, Zwillinggasse 2, 1190 Wien, statt. Anschließend wird zu einer Agape im Pfarrsaal eingeladen.

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Bünker: "Religion für Wahlkampfzwecke missbraucht"
Religionsgemeinschaften entsetzt über Online-Spiel der steirischen FPÖ

Wien, 2. September 2010 (epd Ö) - Entsetzt und betroffen haben Vertreter der Kirchen und Religionsgemeinschaften auf das Online-Spiel der steirischen FPÖ reagiert. Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Graz wegen des Tatbestands der Verhetzung und der Herabwürdigung religiöser Lehren ein Ermittlungsverfahren gegen das so genannte Anti-Minarett-Spiel eingeleitet. Dort kann der Spieler per Mausklick Muezzine und Minarette bekämpfen.
Der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker sieht durch das Spiel einen gesellschaftlichen Konsens in Frage gestellt. Hier würden "in einer besonders verabscheuungswürdigen Form zentrale Inhalte einer Religion für Wahlkampfzwecke missbraucht und instrumentalisiert", dagegen hätten Kirchen sich immer zu Wort gemeldet. "Da kann man nur ganz deutlich die Stimme erheben und sagen: Das ist unmöglich, so geht das nicht", erklärte Bünker am Mittwoch, 1. September, im Ö1-Mittagsjournal.
Deutlich abgelehnt hat das Spiel auch der steirische römisch-katholische Diözesanbischof Egon Kapellari. Das Spiel gefährde das Zusammenleben in einer gemeinsamen Kultur und hebe die "Schranke des interreligiösen Respekts". Bestehende Probleme mit dem Islam müssten "tabulos angesprochen" werden, "aber nicht auf diese Art und Weise".
Nicolae Dura, Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich, bezeichnete das Internetspiel als ein "Spiel mit dem Feuer". Man dürfe nicht mit solchen gefährlichen Spielzeugen spielen, so der Bischofsvikar der Rumänisch-orthodoxen Kirche.
Auch die "Plattform Christen und Muslime" verurteilte am Mittwoch "mit Abscheu" den "neuerlichen Versuch der steirischen FPÖ, durch muslimfeindliche Hetze politisches Kleingeld zu kassieren". Das Anti-Minarett-Spiel komme einer indirekten Aufforderung zur Gewalt gleich, heißt es in einer Stellungnahme des Plattform-Mitgründers Paul Schulmeister.

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Österreich-Besuch: Serbischer Patriarch hofft auf "Ideenaustausch"
Serbisch-orthodoxer Patriarch besucht Österreich vom 10. bis 14. September - Idee eines eigenen Bischofs für Österreich soll bei Bischofssynode besprochen werden

Belgrad-Wien, 27.08.10 (KAP) Einen "fruchtbaren Ideenaustausch" und "neue Impulse zu einer Begegnung der Kirchen in Ost und West" erhofft sich der serbisch-orthodoxe Patriarch von Belgrad, Irinej (Gavrilovic) von seinem nahenden Österreich-Besuch vom 10. bis 14. September. Mit seinen rund 400.000 serbisch-orthodoxen Gläubigen sei Österreich ein "Beispiel für religiöse Toleranz und Respekt" und besitze eine "lange ökumenische Tradition". So könne man gemeinsam daran gehen, "das Christentum als Lebensprogramm" neu zu entdecken und die christlichen Wurzeln Österreichs zu stärken, sagte der Patriarch bei einer Begegnung mit österreichischen Journalisten in Belgrad.
Auch soll der Besuch dazu beitragen, "Missverständnisse und Unkenntnisse über Serbien und die serbisch-orthodoxe Kirche auszuräumen". Das serbische Volk werde in den westlichen Medien oftmals als "Genozid-Volk" und als Volk von Kriegstreibern dargestellt. "Viele Tragödien Europas werden mit unserem Volk in Verbindung gebracht", dies sei allerdings historisch verkürzend und ungerecht, so der Patriarch.
Beobachter sehen in der Reise auch ein wichtiges Zeichen in der Frage eines eigenen, in Österreich residierenden Bischofs für die rund 400.000 serbisch-orthodoxen Gläubigen. Derzeit untersteht die serbisch-orthodoxe Kirchengemeinden in Österreich dem Bischof für Mitteleuropa, Konstantin

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Caritas und Diakonie mit Kardinal-König-Preis 2010 ausgezeichnet
Diakonie-Direktor Chalupka: "Es geht um das Leben der Menschen in Freiheit"

Wien, 25. Juni 2010 (epd Ö) -- "Wenn die Protestanten etwas in die Gesellschaft einbringen können, dann ist es die Betonung der Verschränkung von Freiheit und Verantwortung." Das erklärte der Direktor der Diakonie Österreich, Pfarrer Mag. Michael Chalupka, in seinen Dankesworten zur Verleihung des Kardinal-König-Preises 2010 der Kardinal-König-Stiftung an die Sozialorganisationen Diakonie und Caritas am 24. Juni im Festsaal des Erzbischöflichen Palais in Wien. "Caritas und Diakonie verstehen sich nicht als Sand im Getriebe der Republik, schon gar nicht als Stachel im Fleisch", sagte Chalupka, es gehe jedoch "um das Leben der Menschen in Freiheit" und "um ein Wort, das klar benennt, was die Werte einer Gesellschaft untergräbt". Chalupka nannte in diesem Zusammenhang unter anderem die Diskussion um die österreichische Asylpolitik. Die Verleihung des Kardinal-König-Preises an Caritas und Diakonie bezeichnete der Diakonie-Direktor als einen "Prolog zur ökumenischen Durchdringung der Gesellschaft".
Wie der Präsident der Caritas Franz Küberl zu Preisverleihung erklärte, sei es Aufgabe seiner Organisation, "unter den Menschen bekannt zu machen, dass die Menschen nicht nur vor Gott, sondern auch vor den Menschen gleich sind". Die Caritas könne nicht schweigen, "sie muss über das reden, was sie erlebt". Als "Tandem mit gemeinsamer Motivation im christlichen Glauben" bezeichnete der Vizepräsident der Kardinal-König-Stiftung Heinz Nußbaumer die Organisationen Caritas und Diakonie. Miteinander seien beide "eine ganz enorme Kraft in unserem Land", betonte Nußbaumer in seiner Laudatio an die Preisträger.

Je 10.000 Euro für Diakonie und Caritas
Der Präsident der Kardinal-König-Stiftung, Diözesanbischof Egon Kapellari, der den Preis in Höhe von je 10.000 Euro für Caritas und Diakonie an Chalupka und Küberl sowie an Diakonie-Präsident Roland Siegrist und Caritas-Direktor Michael Landau überreichte, hob hervor, der Preis sei "ein symbolischer Dank an alle Frauen und Männer, die an diesen Werken der Kirchen mitarbeiten". Dass sich die Aufgaben der Zukunft "nur in gelebter Verantwortung" bewältigen lassen, unterstrich Landau nach der Preisverleihung in seinem Vortrag "Persönliche Erinnerungen an Kardinal König". Schon Kardinal König habe "in einem weiten Horizont" gelebt.
Musikalisch gestaltet wurde die feierliche Preisübergabe, bei der auch ein vom ORF-Journalisten Marcus Marschalek gestalteter Film über die Arbeit von Diakonie und Caritas präsentiert wurde, von der Musikgruppe "Klangschale" des Diakoniewerks Gallneukirchen.
Der Kardinal-König-Preis wird seit 1991 von der vom ehemaligen Wiener Erzbischof Kardinal Franz König gegründeten Stiftung "Communio et Progressio - Neue Hoffnung für den Donauraum" (Kardinal-König-Stiftung) verliehen. Ausgezeichnet werden Persönlichkeiten und Institutionen, die einen Beitrag zur Bewältigung der weltweiten Probleme auf dem Gebiet der Meinungs- und Gewissensfreiheit, der Gerechtigkeit, des Friedens und der Bewahrung der Schöpfung leisten.

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Zogaj-Ausweisungsbescheid "menschlich unbefriedigend"
Bischof Bünker und Landessuperintendent Hennefeld: Möglichkeiten, Aufenthalt zu gewähren, konnten oder wollten nicht genutzt werden

Wien, 15.06.10 (KAP) "Auch wenn alles rechtlich korrekt ist, menschlich ist die Situation absolut unbefriedigend": Mit diesen Worten kritisierte der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am Dienstag die drohende Ausweisung von Arigona Zogaj. Gemeinsam mit dem reformierten Landessuperintendenten Thomas Hennefeld bedauerte Bünker, dass es nicht gelungen sei, einen humanitären Aufenthalt für die als Kind aus Bosnien geflohene 18-Jährige zu erwirken - wofür sich die evangelischen Kirchen immer eingesetzt hätten. Die Geltung des Rechts sei "unbestritten", dennoch habe es immer Möglichkeiten gegeben, aus humanitären Gründen einen Aufenthalt zu gewähren. "Dies konnte oder wollte hier offenbar nicht genutzt werden", bedauerte Bünker.
Bünker und Hennefeld erinnern an ein Wort von Bundespräsident Heinz Fischer, wonach das Recht der Menschlichkeit nicht widersprechen dürfe. Die derzeitige Situation dokumentiere letztlich die Härte und Unmenschlichkeit des österreichischen Fremdenrechts. Bünker und Hennefeld erneuern die Forderung nach einem Bleiberecht für jene "gut integrierten Menschen, die schon jahrelang in Österreich sind".
Gerade angesichts des Weltflüchtlingstages am Sonntag, 20. Juni, weisen die evangelischen Kirchen auf die Verpflichtung hin, "Flüchtlinge in die Gesellschaft zu integrieren". Diese Integration sei jedoch keine Einbahnstraße, sondern nur dann erfolgreich, wenn alle Beteiligten echte Begegnung ermöglichen.

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"Früher hieß es Gnade vor Recht, jetzt ist es umgekehrt"
Präsidentin der Katholischen Aktion, Derschmidt, fordert Revision des "unmenschlichen Fremdengesetzes, das derzeit auch unmenschlich exekutiert wird" - Küberl: Fall Zogaj "harter Schlag gegen Mitmenschlichkeit"

Wien, 15.06.10 (KAP) Für eine ehebaldige Revision des österreichischen "unmenschlichen Fremdengesetzes, das derzeit auch unmenschlich exekutiert wird", hat sich die Präsidentin der Katholischen Aktion Österreichs (KAÖ), Luidgart Derschmidt, vor dem Hintergrund des Falles Zogaj ausgesprochen. Abseits der medialen Aufregung um die seit 2002 in Österreich ansässigen bosnischen Flüchtlingsfamilie gebe es noch andere "mindestens ebenso dramatische" Fälle von Menschen, die seit Jahren in Österreich gut integriert seien und dennoch in ständiger Furcht vor einer Abschiebung leben müssten, so Derschmidt am Dienstag in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress".
Und im Unterschied zur Familie Zogaj, deren Aufenthalt in Österreich nie rechtens war, würden sich andere aufgrund der Säumigkeit der Behörden völlig schuldlos in einem untragbaren "Dauerschwebezustand" befinden. Zur derzeitigen harten Linie des Innenministeriums sagte Derschmidt: "Früher hieß es 'Gnade vor Recht', jetzt ist es umgekehrt". Dabei koste das Verbleiben integrierter Ex-Flüchtlinge Österreich oft keinen Groschen, weil sie in vielen Fällen Arbeit gefunden hätten und selbst für ihren Unterhalt sorgen könnten.
Die KAÖ-Präsidentin wies auf den Fall des zwölf Jahre lang in Österreich lebenden Gambiers Karim hin, der am 8. Juni ausgewiesen wurde und für den die Wiener Kalvarienbergkirche derzeit eine Solidaritätsinitiative durchführt. Karim musste sein Land verlassen, weil durch Stammesfehden sein Leben in Gefahr geriet; durch Schlepper nach Österreich gekommen, integrierte es sich hier völlig und half in der Kalvarienbergkirche als Mesner aus. Vielen in der Pfarre Hernals sei er "ein lieber Freund" geworden, sagte Pfarrer Karl Engelmann gegenüber "Kathpress" zu dem Fall. Das zeige sich auch in dem Erfolg der Spendenaktion, deren Erlös Karim in Gambia einen Neubeginn ermöglichen soll.
Laut Engelmann kehrte Karim nach dem Ausweisungsbescheid freiwillig in seine Heimat zurück; trotzdem erteilten ihm die Behörden ein achtjähriges Einreiseverbot in Österreich. Das stehe in klarem Widerspruch zu Aussagen von Innenministerin Maria Fekter, die freiwilligen Rückkehrern eine legale Wiedereinreise in Aussicht stellte.
Die ganz Härte des Gesetzes bekomme der-zeit auch die aus dem Kosovo stammende Familie Maksuti zu spüren, schilderte Pfarrer Engelmann einen zweiten Fall: Auch das Ehepaar und ihre drei Kinder seien seit mehr als fünf Jahren bestens in Wien integriert, was ihnen - trotz aller Interventio-nen der Pfarrverantwortlichen - aber nicht einen Ausweisungsbescheid erspart habe. Nur dass der Amtsarzt dem derzeit kranken Jüngsten eine Transportunfähigkeit bescheinigte, habe einen Aufschub bis 4. Juli erwirkt. Engelmann rechnet nicht damit, dass sich das Schicksal der Maksutis noch zum besseren wenden wird: Ihnen drohe ein baldiges Leben ohne Erwerbseinkommen und ohne Dach über dem Kopf.
Was KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt an Fällen wie diesen - wie sie sagte - "maßlos ärgert": Erst werde ein Fremdengesetz verabschiedet, das Österreich zum "Hardliner" in Sachen Asyl mache, dann werde eine inhumane Abschiebepolitik betrieben und damit entschuldigt, dass man sich ja nur an das halte, was rechtens ist."

Küberl: Harter Schlag gegen Mitmenschlichkeit
Von einem "sehr harten Schlag gegen die Mitmenschlichkeit" sprach am Dienstag Caritas-Präsident Franz Küberl im Zusammenhang mit der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes (VfGH) zur Causa der Familie Zogaj. Die Entscheidung des Gerichts, wonach die Ausweisung der Familie rechtens sei, sei absehbar gewesen, so Küberl am Dienstag zur Austria Presse Agentur (APA), die "großen Fehler" seien schon viel früher, zwischen 2005 und 2007, passiert. So kritisierte der Caritas-Präsident, dass damals humanitäre Gründe für einen Aufenthalt vorgelegen wären, aber kein Bleiberecht gewährt worden sei. "Das Fenster war offen." Arigona Zogaj hätte "ein Symbol für den Umgang mit Asylwerbern und Zuwanderern" sein können, meinte Küberl, stattdessen habe man "mit dem Schicksal eines jungen Mädchens gespielt".

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Reformierter Theologe Kurt Lüthi gestorben
Seit 1964 in Wien lehrender Schweizer war prägende Persönlichkeit im ökumenischen, christlich-marxistischen und christlich-jüdischen Dialog

Wien, 14.06.10 (KAP) Der langjährige Ordinarius für Systematische Theologie an der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien, Kurt Lüthi, ist am 11. Juni 86-jährig in Wien verstorben. "Die Fakultät verliert mit Kurt Lüthi einen anerkannten Wissenschaftler, engagierten Lehrer und geschätzten Menschen. Als solchen wird sie ihn stets in ehrender Erinnerung behalten", erklärte der Dekan der Evangelisch-Theologischen Fakultät, James Alfred Loader, am Montag gegenüber dem Evangelischen Pressedienst. Als "profilierter Vertreter des reformierten Protestantismus" habe Lüthi "weit über die Grenzen der akademischen Welt hinaus" gewirkt und sich immer wieder an öffentlichen Debatten zu gesellschaftlichen Fragen beteiligt.
Seit seiner Berufung nach Wien 1964 gehörte Lüthi in Österreich zu den prägenden Persönlichkeiten im ökumenischen Dialog, im Gespräch zwischen Theologie und Kunst, im christlich-marxistischen sowie im christlich-jüdischen Dialog. Lüthi, der seit 1972 mit der Wiener Künstlerin Linda Christanell verheiratet war, engagierte sich auch im Gespräch zwischen Theologie und Psychoanalyse und unterstützte die Anliegen der Feministischen Theologie. Auf all diesen Gebieten trat er durch zahlreiche Veröffentlichungen hervor, darunter seine 2001 erschienene christliche Sexualethik.
Kurt Lüthi wurde am 31. Oktober 1923 als Sohn eines Volksschullehrers und einer Handarbeitslehrerin im Kanton Bern geboren und wuchs in dem Dorf Rohrbach auf. Er studierte Evangelische Theologie in Bern und Basel. Zu seinen Lehrern gehörten Karl Barth, Karl Ludwig Schmidt und Oskar Cullmann. Literarisch wurde er auch durch Martin Buber und Dietrich Bonhoeffer beeinflusst.
Nach Abschluss seiner Studien im Jahr 1949 wurde er Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Bern, zunächst in Beatenberg und später in Biel. Bei Cullmann promovierte Lüthi 1955 in Basel mit einer Dissertation über Judas Iskarioth in der Geschichte der Auslegung. Einige Jahre später habilitierte er sich mit einer Studie über Gott und das Böse an der Universität Bern. 1964 wurde er auf den Lehrstuhl für Systematische Theologie H.B. an die Evangelisch-Theologische Fakultät Wien berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 lehrte.

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Kirchen feiern in Edinburgh "100 Jahre Ökumenische Bewegung"
Rund 250 Delegierte und Experten für Missionsfragen bei Treffen von Mittwoch bis Sonntag erwartet

Edinburgh, 01.06.10 (KAP) Mit einer am Mittwoch beginnenden Jubiläumstagung im schottischen Edinburgh erinnern die christlichen Kirchen an die Entstehung der ökumenischen Bewegung vor genau 100 Jahren. An der Konferenz von 2. bis 6. Juni nehmen laut Veranstalterangaben rund 250 Delegierte und Experten für Missionsfragen teil.
Die Tagung steht unter dem Motto "Christus heute bezeugen". Das historische Treffen internationaler Missionsgesellschaften im Juni 1910 in Edinburgh gilt als Geburtsstunde der überkonfessionellen Zusammenarbeit.
Erwartet werden Gesandte aus der orthodoxen, anglikanischen, römisch-katholischen, lutherischen und reformierten Tradition, sowie auch Methodisten, Baptisten, Siebenten-Tags-Adventisten, Evangelikale sowie Mitglieder von Pfingst- und Freikirchen. Aus dem Vatikan reist der zweite Mann des Einheitsrates, Bischof Brian Farrell, an. Jacques Matthey, beim Weltkirchenrat zuständig für Einheit und Mission, erklärte im Vorfeld des Treffens, trotz einer relativ geringen Teilnehmerzahl werde die Konferenz "die Vielfalt des Weltchristentums heute so gut wie vollständig repräsentieren".
Im Programm vorgesehen ist unter anderem eine Bitte um Vergebung für "Irrwege der Christenheit" und eine erneute Selbstverpflichtung für eine missionarische Ausrichtung der Kirchen. Höhepunkt der Veranstaltung bildet kommenden Sonntag eine gemeinsame Feier in der historischen Aula, in der 1910 die Weltmissionskonferenz tagte. Parallel finden weltweit Jubiläumsveranstaltungen unter Regie der einzelnen Kirchengemeinschaften statt.
Zu der ersten Weltmissionskonferenz vom 14. bis 23. Juni 1910 hatten sich in der schottischen Hauptstadt rund 1.200 Delegierte versammelt. An dem Treffen beteiligten sich vor allem westliche Missionsgesellschaften aus dem Protestantismus und der anglikanischen Kirche. Nicht eingeladen waren katholische und orthodoxe Missionare, die in Lateinamerika oder im Vorderen Orient arbeiteten. Ziel der damaligen Zusammenkunft war, das gemeinsame Anliegen der Glaubensverkündigung mit einer Arbeit für die Einheit der Christen zu verbinden. Aus der Initiative gingen später der Internationale Missionsrat und der in Genf angesiedelte Ökumenische Rat der Kirchen (Weltkirchenrat) hervor.

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