Saturday 25. June 2016
Ökumenischer Rat der Kirchen
in Österreich (ÖRKÖ)

Severin Schreiber Gasse 3
A-1180 Wien
Tel: +43 - 1 - 479 15 23-300
FAX: + 43 - 1 - 479 15 23-330
E-Mail: oerkoe@kirchen.at

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Der Vorstand und die Vollversammlung des ÖRKÖ äußern sich aus jeweils aktuellem Anlass zu wichtigen gesellschaftspolitischen Themen. Die entsprechenden Erklärungen und Resolutionen finden Sie HIER


ÖRKÖ-Spendenprojekt 2016
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Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) unterstützt 2016 Caritas-Projekte für verfolgte Familien im Irak. In der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen (18.-25. Jänner 2015) finden in ganz Österreich ökumenische Gottesdienste statt. Der ÖRKÖ empfiehlt, die Kollekte bei diesen Gottesdiensten für diese Hilfsprojekte zu verwenden.

 

Alle Infos zu den Hilfsprojekten finden Sie HIER


 

ÖRKÖ-FOLDER

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Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und die Neuapostolische Kirche Österreich (NAK) haben eine "Orientierungshilfe für die Gemeinden" herausgegeben.

Den Folder zum Download finden Sie HIER!


 

ÖRKÖ-Orientierungshilfe zu liturgischen und kirchenrechtlichen Fragen

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Inhalt:

"Gewalt im Namen Gottes": Kirchen arbeiten ihre Geschichte auf

 

Die Kirchen in Österreich bekennen sich zum gemeinsamen Einsatz für den Frieden und wollen ihre eigene von Gewalt bestimmte Geschichte aufarbeiten. Das wurde zum Auftakt der diesjährigen Ökumenischen Sommerakademie im Stift Kremsmünster deutlich. Die bereits 16. Sommerakademie mit rund 400 Teilnehmern steht heuer unter dem Generalthema "Gewalt im Namen Gottes. Die Verantwortung der Religionen für Krieg und Frieden".

Der Linzer Bischof Ludwig Schwarz sprach in seinen Eröffnungsworten am Mittwochnachmittag die Rolle der christlichen Kirchen im Ersten Weltkrieg an. Die Kirchen in den Kriegsnationen hätten damals eindeutig Partei ergriffen. Sie seien nicht auf Seiten des Friedens gestanden. "Sie haben Gott für sich selbst vereinnahmt. Man tat innerhalb der eigenen Nation so, als ob das Heil nur mit den eigenen Truppen möglich gewesen wäre", so Schwarz und weiter wörtlich: "100 Jahre nach dem Beginn des Ersten Weltkrieges gibt uns das ein hartes Erbe auf."

Den deutlichen Friedensappell von Papst Benedikt XV. habe man in den Kriegsnationen nicht gehört. "Diese traurige Fehlentwicklung ist heute Anlass für Selbstbesinnung und der Anlass für das gemeinsame Auftreten für Frieden", so der Bischof wörtlich.

Der evangelische Bischof Michael Bünker verwies als Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich an das Sozialwort der christlichen Kirchen. Es sei darin eindeutig die Frage gestellt, ob es wirklich gerechtfertigt sei, Kriege unter dem Zeichen des Christlichen zu führen. Im Sozialwort sei auch der Appell enthalten, dass diese Diskussion im Sinne von Friedenssicherung geführt werden muss.

Bünker erinnerte auch an die friedensstiftende Arbeit der Kirchen vor 25 Jahren im Osten Deutschlands. Durch die Montagsgebete sei eine friedliche Veränderung Europas ausgegangen. Bünker zitierte den vor wenigen Tagen verstorbene Pfarrer der Leipziger Nikolaikirche: "Wir haben bei den Montagsgebeten zwei Dinge verteilt: ein Liederheft und eine Kerze. Wer ein Liederheft in der einen Hand hat und eine Kerze in der anderen, kann keinen Stein aufheben. Unsere Parole war: Keine Gewalt." - Das sei wohl die "kürzeste Zusammenfassung der Bergpredigt", so der evangelische Bischof.

Der neue Rektor der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz, Prof. Franz Gruber, sagte zum Thema der Sommerakademie, dass das Thema einen "Skandal benennt, dem sich heute alle Religionen rigoros und ehrlich stellen müssen". Die Theologie habe sich deutlich zu Wort zu melden. Gruber merkte allerdings an, dass "im Grunde erst in den letzten Jahrzehnten in der Theologie begonnen wurde, diese Verknüpfung von Religion und Gewalt aufzuarbeiten.

"Der Vorwurf der Gewaltanwendung ist nicht den Religionen, sondern den Menschen zu machen, die das Gotteswort missbrauchen", zeigte sich der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer überzeugt. Für die Gegenwart sei ein Höchstmaß an Zusammenarbeit der Religionen notwendig, um den Frieden zu sichern. Durch die Gründung und Arbeit des Religionsbeirates im Land Oberösterreich werde hierzu ein wertvoller Beitrag geleistet. Ziel sei der respektvolle Umgang der verschiedenen Glaubensrichtungen miteinander und dies geschehe hier Schritt für Schritt.

Der oberösterreichische Superintendent Gerold Lehner betonte in seinem Eröffnungsstatement, dass eine Gewalterfahrung - der Tod Jesu am Kreuz - am Anfang des Christentums stehe. Das Kreuz sei Mitte des Christentums und habe eine Schlüsselstellung des Glaubens. "Im Kreuz bildet sich eine Spannung ab zwischen Wahrheit und Liebe." Der Umgang mit diesem Kreuzestod erfordere von den Christen eine neue Umgangsform: "Jede Auflösung dieser Spannung, die die Liebe vergisst, ist ein Verrat an Jesus Christus", so der Superintendent.

Natur der Gewalt - Natur der Religionen

Im ersten Vortrag der Sommerakademie widmete sich der deutsche Philosoph Prof. Franz Josef Wetz der Frage nach der Natur der Gewalt und deren Verbindung zu den Religionen: "Die monotheistischen Religionen stehen dem Thema Gewalt ambivalent gegenüber. Gewalt ist in ihnen nicht grundgelegt, sie geben Raum aber für Gewalt. Religionen haben beides: das Kriegerisch-Menschenverachtende und das Friedlich-Menschenfreundliche."

Laut Wetz müssen Möglichkeiten und Räume geschaffen werden, um gewaltbereite Energien sozial verträglich ausleben zu können. Religionen werfe er vor, dass sie hier durch ihre Sinnenfeindlichkeit nichts beitragen.

Der Berliner Theologe Schieder stellte diesem Vorwurf entgegen, dass gerade die Religionen einen enorm großen Beitrag zur Identitätsstiftung jedes einzelnen Menschen leisten. Dies sei für einen guten Umgang mit der Gewaltbereitschaft, mit der Endlichkeit und Begrenztheit des Menschen notwendig. Für religiöse Menschen sei Gott die höchste Macht, dadurch hätten sie gegenüber anderen Machthabern einen prinzipiellen Vorbehalt. "Wenn Macht mit Verantwortungsgefühl korrespondiert, ist sie etwas Positives", so Schieder.

Es gebe allerdings auch totalitäre oder dualistisch-apokalyptische Religionsformen, wo die Gewaltbereitschaft der Mitglieder hoch sei, räumte der Theologe ein.

Die Ökumenische Sommerakademie im Stift Kremsmünster dauert noch bis Freitag. Veranstalter sind die Katholisch-Theologische Privatuniversität (KTU) Linz, der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, das Evangelischen Bildungswerk Oberösterreich, die Linzer Kirchenzeitung, das Stift Kremsmünster und der ORF.

unknownNeuauflage der

Orientierungshilfe zu liturgischen und kirchenrechtlichen Fragen

Das PDF zum Download finden Sie HIER!


unknownNeue ÖRKÖ-Broschüre Projekt "Solidarische Gemeinde"

Das PDF zum Download finden Sie HIER!

Viele weitere Infos finden Sie HIER!


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www.langenachtderkirchen.at

Website der österreichweiten "Langen Nacht der Kirchen" mit umfassenden Programm-Infos

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www.eappi.org

Website des Ökumenischen Begleitprogramms in Palästina und Israel (EAPPI)

 

Der ÖRKÖ unterstützt die Initiative, die zu einer Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts durch einen gerechten Frieden beitragen will.


ÖRKÖ-Gottesdienste 2016/17

 

Gottesdienst zur Schöpfungszeit

22. September 2016

15 Uhr, Evangelische Schule am Karlsplatz (Karlsplatz 14, 1010 Wien)

Predigt: Pastorin Esther Handschin (method. Kirche)


 

Gottesdienst zum Tag des Judentums

17. Jänner 2017

18 Uhr, röm.-kath. Kirche St. Johann Nepomuk

(Nepomukgasse 1, 1020 Wien)

Predigt: Bischof Heinz Lederleitner (altkath. Kirche)


 

Gottesdienst zur Weltgebetswoche für die Einheit der Christen

20. Jänner 2017

18 Uhr, syrisch-orthodoxe Kirche Mar Ephrem

(Stefan-Fadinger-Platz 1, 1100 Wien)

Predigt: Chorepiskopos Emanuel Aydin (syr.-orth. Kirche)


 

unknownHomepage des

Ökumenischen Rates der Kirchen (Weltkirchenrat) mit umfassenden Infos und Unterlagen zur Ökumene

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www.christenundjuden.org

Website des "Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit"

http://www.oekumene.at/