VertreterInnen der neun christlichen Kirchen in Oberösterreich feierten am Donnerstag, 26. Jänner 2012 anlässlich der weltweiten Gebetswoche für die Einheit der Christen einen gemeinsamen Gottesdienst in der Evangelisch-methodistischen Kirche in Linz. Das Motto der diesjährigen Gebetswoche lautete: „Wir werden alle verwandelt durch den Glauben an Jesus Christus“ (1. Korintherbrief)
Beim Gottesdienst waren die neun christlichen Kirchen in Oberösterreich vertreten: Altkatholische Kirchengemeinde (Pfarrer Mag. Hannes Dämon), Baptistengemeinde Linz (Helene Strecker, Gemeindeleitung), Evangelische Kirche A. B. (Superintendent Dr. Gerold Lehner), Evangelische Kirche H. B. (Oberkirchenrat Pfarrer Mag. Richard Schreiber), Evangelisch-methodistische Kirche (Superintendent DI Lothar Pöll und Pastorale Mitarbeiterin Linda Holmes-Ulrich), Koptisch-orthodoxe Kirche (Erzpriester P. Youannes Abousif und sein Sohn Anton), Römisch-katholische Kirche (Dompfarrer Dr. Maximilian Strasser und Ökumenereferentin Mag.a Helga Schwarzinger in Vertretung des im Ausland weilenden Diözesanbischofs Dr. Ludwig Schwarz), Rumänisch-orthodoxe Kirche (Pfarrer Dr. Sorin Bugner) und Serbisch-orthodoxe Kirche (Erzpriester Pfarrer Dragan Micic).
Bereit sein für den Prozess der Verwandlung
Zu Beginn des Gottesdienstes wurde das Thema „Verwandlung“ anhand von Symbolen und Texten verdeutlicht, die den Weg von der Ähre bis zum Laib Brot eindrucksvoll nachzeichneten. Die Ähre müsse sterben, also geschnitten werden, damit das Korn aus ihr hervorgehen könne. Dieses werde gemahlen, es verliere seine Form und brauche die Begegnung mit dem Wasser, damit es sich in Teig verwandeln könne, der schließlich der Glut des Ofens ausgesetzt werde. So werde es zum Brot – aber eben nur, weil Verwandlung stattgefunden habe. „Wenn wir die Ökumene bedenken, dann müssen wir das Geheimnis der Verwandlung bedenken. Wo Gott uns zu Neuem ruft, müssen wir bereit sein für den Prozess der Verwandlung“, so Ökumenereferentin Helga Schwarzinger. Berührend war der herzliche Friedensgruß und der Schlusssegen, der von den VertreterInnen der christlichen Kirchen gemeinsam gesprochen wurde.
Ökumene als „Mischbrot“
Mag. Hannes Dämon, altkatholischer Pfarrer und Vorsitzender des Ökumenischen Forums Oberösterreich, griff in seiner Predigt die Bilder von Ähre und Brot auf und stellte die Frage: „Was wäre, wenn heute der Tag der Ernte wäre, wenn wir heute Rechenschaft ablegen müssten über die Ökumene?“ Sicher sei, so Dämon, dass das Ergebnis keine sortenreine Ernte wäre, sondern ein „Mischbrot“, so wie die JüngerInnen Jesu auch nicht „sortenrein“ gewesen seien. Vielleicht bleibe als Ernte nur, was in liebevoller Hingabe gegeben werde. Für ChristInnen habe hingebungsvolle Liebe einen Namen: Jesus Christus. Der echte Feind hingebungsvoller Liebe sei nicht Meinungsverschiedenheit oder Streit, sondern Gleichgültigkeit, so Dämon. Seine ökumenische Vision: „Vielleicht kommt die Zeit, wo wir aufhören zu reden und uns an den Tisch des Herrn stellen.“
Gebetswoche für die Einheit der Christen
Die Gebetswoche für die Einheit der Christen wird traditionell von 18. bis 25. Jänner begangen. Während dieser Woche kommen auf der ganzen Welt ChristInnen verschiedenen Konfessionen zusammen, um gemeinsam für die Einheit der Christenheit zu beten.