Begegnung in Vielfalt
Vom 27. bis 30. Oktober 2024 fand in Bettingen das erste Christliche Forum in der
deutschsprachigen Schweiz statt. Über 100 Vertreterinnen und Vertreter von
insgesamt rund 25 Landes- und Freikirchen, traditionellen und jüngeren Kirchen
sowie von christlichen Gemeinschaften unterschiedlicher Herkunft und Prägung
nahmen am Treffen teil.
Geistliche Atmosphäre
Das Forum war durchzogen vom Leitwort „Habt Salz in Euch und haltet Frieden
untereinander!“ (Mk 9,50). Bei der Eröffnung wurde jedem ein Säckchen Salz
überreicht – als Zeichen dafür, wie wir als Christen „Würze und Geschmack“ in die
Welt bringen sollen. Besonders bewegend war das gemeinsame Taizé-Gebet im
Basler Münster, dass viele Menschen aus der Region anzog und eine tiefe Erfahrung
der Stille und Einheit im Gebet ermöglichte.
Austausch persönlicher Glaubensgeschichten
Im Zentrum standen die sogenannten „Glaubenswege“: kleine, interkonfessionelle
Gruppen, in denen wir unsere persönlichen Wege mit Gott teilten und aufmerksam
zuhörten. Für viele – mich eingeschlossen – war es neu und belebend, so
ungezwungen und offen über den Glauben zu sprechen.
Durch diese persönlichen Zeugnisse entstand tiefer Respekt, echte Gemeinschaft
und das Gefühl, Teil eines größeren Ganzen zu sein – das unterstützt die Grundidee
des Global Christian Forums, dass in unseren Geschichten eine Brücke für
gegenseitiges Verständnis liegt.
Praxisfeld Diakonie
Ein Höhepunkt war der Besuch verschiedener sozialdiakonischer Einrichtungen in
Basel, organisiert in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Kirchen. Diese Ausflüge
brachten nicht nur Inspiration fürs eigene Engagement, sondern waren konkret
gelebte „Salz-und-Licht“-Mission in sozialer Praxis.
Ich besuchte gemeinsam mit einer kleinen Gruppe die erste Citychurch in Basel – die
offene Kirche Elisabethen. Man will mit diesem Projekt einen safe space für
Geflüchtete und marginalisierte Gruppen schaffen. In dieser Kirche werden neben
Gottesdiensten und Amtshandlungen auch außergewöhnliche Angebote, wie zum
Beispiel gratis Friseurtermine, gemeinsame Mittagessen und ähnliches, angeboten.
Gemeinschaftlicher Abschluss & Nachhaltigkeit
Am Abschluss wurden leere Salzsäckchen verteilt – mit der Aufforderung, sie mit
persönlichem Salz zu füllen und an jemanden weiterzugeben, um das Forum in den
Alltag hineinzutragen.
In der Schlussbotschaft wurde unterstrichen, dass Vielfalt nicht spaltet, sondern
bereichert, und dass wir als Christen zusammenstehen müssen, gerade in einer
Welt, die von Spaltung und Konflikten geprägt ist.