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Gottesdienst feiern angesichts des Judentums

Ein Beitrag von Bischof Manfred Scheuer zum "Tag des Judentums" 2026

 

Zum heurigen „17. Jänner – Tag des Judentums“ möchte ich an eine Tagung erinnern, die das Österreichische Liturgische Institut im vergangenen Herbst im Salzburger Bildungshaus St. Virgil veranstaltet hat: "Gepriesen sei der G'tt Israels. Liturgie, Verkündigung und Glaubensvermittlung im Angesicht des Judentums". Zum Kern kirchlicher Identität gehört der Gottesdienst: Wir müssen uns bewusst sein, wie wir uns dabei regelmäßig ganz innig auf das Judentum einlassen. Dies bewusst wahrzunehmen und darüber zu reflektieren ist Voraussetzung, um unseren eigenen Glauben verstehen, ja leben zu können. Gerade dazu soll der Tag des Judentums als Tag des Lernens ermutigen.

 

Christ:innen preisen den Gott Israels

 

Da geht es zunächst um Jesus – „geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt“ (Gal 4,4) – um Maria, seine Mutter, um die Jüngerinnen und Jünger, die Apostel, Paulus und die ganzen frühen Gemeinden der Anhängerschaft des Auferstandenen. Wir finden Gebete der Eucharistiefeier, die Inspiration bei jüdischen Segenssprüchen nehmen; hebräische Rufe wie Amen, Halleluja und Hosanna und in der Tradition des Synagogengottesdienstes Lesungen aus der Heiligen Schrift. Unser Gott, der Vater Jesu, ist der Gott Israels, der Ewige Schöpfer und Befreier, wie ihn das Judentum verehrt und wie er sich der ganzen Welt zeigt. Das österliche Zeugnis der Auferstehung Jesu ist ein jüdisches Zeugnis. Für dieses Geschenk der Offenbarung Gottes und des Glaubens Israels sind wir Christinnen und Christen zu unendlichem Dank verpflichtet. Diese Haltung der Dankbarkeit gegenüber dem Judentum bedeutet auch, alles zu unterlassen, was jüdischen Glauben und jüdische Praxis geringachtet und abwertet darstellt. Diese Gefahr kann etwa in den liturgischen Zeiten des Advents oder zu Ostern bestehen, wenn die Glaubensgeschichte Israels nur als unvollkommene Vorläuferin des christlichen Heilsgeschehens wahrgenommen wird.

 

Das Erste Testament lesen

 

Die liturgische Erneuerung des Konzils hat in der Leseordnung Abschnitte des Ersten Testaments neu eingeführt: die erste Schriftlesung und den Psalm. „Das Alte Testament besitzt aus sich heraus einen ungeheuren Wert als Wort Gottes“, schreibt die Päpstliche Bibelkommission („Das jüdische Volk und seine Heiligen Schriften in der christlichen Bibel“, 2001, Abschn. 21, Kap. 6). Und weiter: „Die Lesung des Alten Testamentes durch Christen bedeutet nicht, dass man in ihm überall direkte Verweise auf Jesus oder auf die christlichen Wirklichkeiten finden will.“ Die Lesung des Ersten Testaments – das mit dem Tanach, der Heiligen Schrift des Judentums, weitgehend identisch ist – hilft zu verstehen, wie Jesu Botschaft, die Theologie des Paulus und die Erzählungen der Evangelisten im Glauben Israels verwurzelt sind. Der Tanach ist die Heilige Schrift Jesu und der frühen Gemeinden – mit der mündlichen Tora die geistliche Quelle, aus der sie lebten. Frank Crüsemann hat das „Alte Testament als Wahrheitsraum des Neuen“ bezeichnet (Gütersloher 2011).

 

Und doch: Selbst im Dreijahreszyklus kann nur ein kleiner Teil des Schatzes der Tora, der Profeten und der Schriften berücksichtigt werden. Zusätzliches Bibelstudium ist daher angebracht: Es weitet den Horizont und vertieft unseren Glauben.

 

Es gilt also, sich ein solides Wissen über das Judentum für eine sachgerechte und theologisch fundierte Predigt und Katechese anzueignen. Das sind nicht nur historische Fakten über die biblische Zeit. Wir sind in Zeitgenossenschaft mit jüdischen Gemeinden in unserem Land und weltweit. Diese sind erste und lebendige Zeuginnen der Heiligen Tora, in der auch wir Christinnen und Christen durch Jesus unsere Quellen finden. Dazu ist auch die Geschichte kirchlicher Überheblichkeit und Gewalt gegenüber dem Judentum demütig in Betracht zu ziehen.

 

Das ist freilich nicht einfach, zwischen historischen Erkenntnissen und unterschiedlichen jüdischen Auslegungen und Richtungen heute in Verbindung mit unseren eigenen Traditionen einen Weg der Aktualisierung der Botschaft Jesu zu finden. Keineswegs geht es darum, dass jüdische Gemeinden unseren Glauben beurteilen oder gar ein Veto gegen manche Auslegungen einlegen. Jüdische wie christliche Schriftauslegung „bleibt der jeweiligen Glaubenssicht treu, deren Frucht und Ausdruck sie ist. So ist die eine nicht auf die andere rückführbar.“ (Päpstliche Bibelkommission 2001: Das jüdische Volk und seine Heiligen Schriften in der christlichen Bibel, Abschn. 22, Kap. 7) „Auf dem konkreten Feld der Exegese können die Christen gleichwohl viel von der jüdischen Exegese lernen, die seit mehr als zweitausend Jahren ausgeübt worden ist,“ schreibt die Päpstliche Bibelkommission.

 

Falsche Gegenüberstellungen überwinden

 

Bei der Tagung des Liturgischen Instituts wurde deutlich, dass bereits durch ein paar neue Einsichten christliche Schriftinterpretation ihre bisweilen judenfeindliche Schlagseite und eingefahrene Stereotype ablegen und so ein Mehr an Wahrhaftigkeit gewinnen kann: Auch Jüdinnen und Juden nennen Gott „Vater“ – „Abba“ ist keine allein für Jesus spezifische Anrede. Die Heilige Tora – das so genannte „Gesetz“ – bedeutet Glück und Freude im Judentum; sie wird vielfältig und lebensnah ausgelegt. Der Schabbat ist ein Vorgeschmack auf die Vollendung der Schöpfung, die Juden und Christen erwarten. Und Pharisäer waren keine „Pharisäer“: Die Pharisäer waren eine Bewegung, die sich – wie auch Jesus selbst – um Heiligung des Alltags bemühte, eine Gottesbeziehung, die nicht zuallererst über den Opferdienst im Tempel vermittelt wurde. „Liebe“ – Selbstliebe, Nächstenliebe und Feindesliebe – ist natürlich eine Grundhaltung auch im Judentum. Der Gott Israels und Vater Jesu ist immer schon barmherzig; er erbarmt sich des Sünders und ermöglicht einen Neuanfang nach schuldhaftem Verhalten.

 

Erfüllung bedeutet Bestätigung

 

In diesem Zusammenhang ist es auch erhellend, auf den Begriff „Erfüllung“ hinzusehen. Christlicher Glaube bekennt, in Jesus seien die Verheißungen Gottes „erfüllt“. Hilfreich ist ein Gedanke des Paulus: „Christus ist um der Wahrhaftigkeit Gottes willen Diener der Beschnittenen geworden, um die Verheißungen an die Väter zu bestätigen“ (Röm 15,8) – also bestätigen, bekräftigen, weiterhin in Geltung setzen; und nicht, dass der Ewige eine Agenda hätte, indem er in der Geschichte Israels verschiedene Dinge ankündigen lässt, eine To-Do-Liste, die er dann zur Zeitenwende abarbeitet. Die Päpstliche Bibelkommission (Kap. 21) erklärt, unsere Verstehensrichtung sei rückschauend, nicht wahrsagend nach vorne: „Wenn der christliche Leser wahrnimmt, dass die innere Dynamik des Alten Testaments in Jesus gipfelt, handelt es sich hier um eine rückschauende Wahrnehmung, deren Ausgangspunkt nicht in den Texten als solchen liegt, sondern in den Ereignissen des Neuen Testaments, die von der apostolischen Predigt verkündigt worden sind. So darf man nicht sagen, der Jude sähe nicht, was in den Texten angekündigt worden sei.“

 

Lern- und Arbeitshilfen

 

Eine Hilfe, das Neue Testament auf seinem jüdischen Hintergrund zu verstehen, bietet „Das Neue Testament jüdisch erklärt“, herausgegeben von Wolfgang Kraus, Michael Tilly und Axel Töllner, Deutsche Bibelgesellschaft 2021. Eine jüdische Perspektive in unser Erstes Testament eröffnet „Tanach – Lehrbuch der jüdischen Bibel“ von Hanna Liss, Winter-Verlag 2019. Einen allgemeinverständlichen, aber theologisch fundierten Überblick über verschiedene Stolpersteine und Missverständnisse, wenn Christ:innen über das Judentum sprechen, ermöglicht „Von Abba bis Zorn Gottes. Irrtümer aufklären – das Judentum verstehen“, herausgegeben von Norbert Reck und Paul Petzel, Patmos 2021.

 

Präsentationen und Ergebnisse der Tagung des Österreichischen Liturgischen Instituts werden in der Zeitschrift „Heiliger Dienst“ publiziert, zu bestellen über Email oeli@liturgie.at.

 

Zuletzt möchte ich wieder die Auslegungen „mit Israel gelesen“ zu den Sonntagslesungen aller Lesejahre des Schweizerischen Katholischen Bibelwerks empfehlen: www.bibelwerk.ch/sonntagslesungen.

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Termine

 

17.
Jan.
Gottesdienst zum Tag des Judentums

Die Predigt hält Dechant Ferenc Simon.

Sa.., 17. Januar 2026, 18:00 Uhr
Armenisch-apostolische Kirche
Details: Gottesdienst zum Tag des Judentums
20.
Jan.
Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Mit der Gemeinde feiert Metropolit Arsenios Kardamakis. 

 

Informationen:

Ökumenischer Gottesdienst und weitere Texte zur Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026

 

Weitere Materialien:

Website der ACK-Deutschland

Di.., 20. Januar 2026, 18:00 Uhr
Altkatholische Kirche St. Salvator
Details: Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen
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