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Bischof Petrosyan: Plädoyer für christlich-jüdischen Dialog

ÖRKÖ-Vorsitzender bei Veranstaltung in Wiener Misrachi Synagoge: Gegenseitiges Verständnis vertiefen, Vertrauen stärken und gemeinsame Verantwortung für Frieden, Menschenwürde und Zusammenhalt bewusst machen

 

Die Bedeutung des Dialogs zwischen Christen und Juden für das Gedeihen der Gesellschaft, für Frieden und Zusammenhalt, hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan betont. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Spannungen und zunehmender Polarisierung seien Orte des Lernens, des Zuhörens und des respektvollen Austauschs unverzichtbar, so Petrosyan. Der interreligiöse Dialog sei kein Zusatz, "sondern eine geistliche und gesellschaftliche Notwendigkeit. Er hilft uns, den Glauben des anderen nicht als Bedrohung, sondern als Einladung zur eigenen Vertiefung zu verstehen", zeigte sich der Bischof überzeugt.

 

Petrosyan äußerte sich in einem Grußwort eingangs des "Tages des Lernens" am Montagabend in Wien. Bei der Veranstaltung in der Misrachi Synagoge im Ersten Bezirk ging es um die Bedeutung des Gebets im Judentum. Es referierten der jüdische Historiker Awi Blumenfeld und der Judaist Prof. Gerhard Langer. Der "Tag des Lernens" ist wie auch der "Tag des Gedenkens" dem "Tag des Judentums" (17. Jänner) vorangestellt, an dem die Kirchen jedes Jahr in besonderer Weise ihrer Wurzeln im Judentum gedenken.

 

Dass man sich bei der aktuellen Veranstaltung der Bedeutung des Gebets im Judentum widme, sei von großer theologischer und spiritueller Tiefe, so der ÖRKÖ-Vorsitzende weiter: "Gebet ist mehr als religiöse Praxis: Es ist Beziehung, Erinnerung, Hoffnung und Verantwortung. Im Gebet bringt der Mensch sein Leben vor Gott - mit Dank, Klage, Bitte und Vertrauen." Für die Christen sei es von unschätzbarem Wert, aus der jüdischen Gebetstradition zu lernen, "aus jener geistlichen Quelle, aus der auch unser eigener Glaube schöpft".

 

Der "Tag des Lernens" möge dazu beitragen, "das gegenseitige Verständnis zu vertiefen, Vertrauen zu stärken und unsere gemeinsame Verantwortung für Frieden, Menschenwürde und den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft neu bewusst zu machen", schloss Bischof Petrosyan. Ausdrücklich dankte er in seinem Grußwort auch der neuen Präsidentin des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit, Prof. Regina Polak, "die in besonderer Weise für den Dialog zwischen unseren Religionsgemeinschaften steht".

 

Das Christentum ist von seinem Selbstverständnis her wesentlich mit dem Judentum verbunden. Damit dies den Christen immer deutlicher bewusst wird, hat der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) im Jahr 2000 den 17. Jänner als eigenen Gedenktag im Kirchenjahr eingeführt. Dabei sollen sich die Christen in besonderer Weise ihrer Wurzeln im Judentum und ihrer Weggemeinschaft mit dem Judentum bewusst werden. Zugleich soll auch das Unrecht an jüdischen Menschen und ihrem Glauben in der Geschichte thematisiert werden.

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Termine

 

17.
Jan.
Gottesdienst zum Tag des Judentums

Die Predigt hält Dechant Ferenc Simon.

Sa.., 17. Januar 2026, 18:00 Uhr
Armenisch-apostolische Kirche
Details: Gottesdienst zum Tag des Judentums
20.
Jan.
Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen

Mit der Gemeinde feiert Metropolit Arsenios Kardamakis. 

 

Informationen:

Ökumenischer Gottesdienst und weitere Texte zur Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026

 

Weitere Materialien:

Website der ACK-Deutschland

Di.., 20. Januar 2026, 18:00 Uhr
Altkatholische Kirche St. Salvator
Details: Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen
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