Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Home
  • Über uns
    • Arbeitsschwerpunkte
    • Vorstand
    • Mitglieder
    • Beobachter
    • Geschichte
    • Spendenprojekt
    • Charta Oecumenica
    • Sozialwort
    • Heiliges Land
    • EAPPI
    • Satzung
  • ÖRKÖ News
  • Ökumene News
  • Erklärungen & Dokumente
  • Presse / Service
  • Impressum
  • Datenschutz
Hauptmenü:
  • Home
  • Über uns
    • Arbeitsschwerpunkte
    • Vorstand
    • Mitglieder
    • Beobachter
    • Geschichte
    • Spendenprojekt
    • Charta Oecumenica
    • Sozialwort
    • Heiliges Land
    • EAPPI
    • Satzung
  • ÖRKÖ News
  • Ökumene News
  • Erklärungen & Dokumente

Hauptmenü anzeigen
ÖRKÖ News
Sie sind hier:
  • Home
  • ÖRKÖ News

Inhalt:
zurück

"Die Ökumene erlebt immer wieder Überraschungen"

Wortlaut der Predigt von Archimandrit Papadopoulos beim ÖRKÖ-Gottesdienst in der Gebetswoche für die Einheit der Christen

 

Für eine "Ökumene der Neugier" hat der griechisch-orthodoxe Archimandrit Ilias Papadopoulos plädiert. Er hielt am 20. Jänner 2026 beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen in der altkatholischen Salvatorkirche in Wien die Predigt. Wörtlich sagte der Archimandrit u.a.: "Die Ökumene erlebt immer wieder Überraschungen, manchmal positive, ab und zu negative, sie lässt sich aber nicht frustrieren. Sich vom Anderen überraschen zu lassen, Selbstverständlichkeiten und Stereotypen zu hinterfragen, das ist eine Lebenshaltung."

 

Anbei lesen Sie die Predigt von Archimandrit Papadopoulos im Wortlaut:

 

"Gebetswoche für die Einheit der Christen 2026"

 

Leitgedanke: "Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung" (Eph 4, 4).

 

Ökumenischer Gottesdienst: 20.1.2026 Altkatholische Kirche St. Salvator

 

Predigt: Johannes 12, 31-36

 

Mit Dankbarkeit Gott gegenüber befinden wir uns heute hier, liebe Schwestern und Brüder im Herrn, versammelt im Namen des Dreieinen Gottes, um gemeinsam christliches Zeugnis abzulegen.

 

Allein schon aus sprachlichen Gründen fühlt sich ein Grieche geschmeichelt, wenn er eingeladen wird, über den interchristlichen Dialog zu predigen. Denn der Begriff "Ökumene" kommt aus meiner Heimat.

 

Wortwörtlich bedeutet dieser die bewohnte Erde, wobei es sich hier nicht nur um die Beschreibung einer Realität, sondern vielmehr um die Formulierung eines Anliegens handelt:

 

Die Erde durch echte, wahre gott-menschliche Gemeinschaft bewohnbar zu machen.

 

So etwas können wir Menschen beim besten Willen nicht allein erreichen, es ist grundsätzlich ein Geschenk Gottes, daher sprechen wir von einem Gebetsanliegen, das seit Jahrzehnten Christinnen und Christen aus zahlreichen Kirchen – und aus der ganzen Welt – verbindet. Leider erst seit Jahrzehnten.

 

Jahrhundertelang war für die Kirchen nicht primär die Spaltung von den Brüdern und Schwestern das Skandalon, das Ärgernis. Ärger haben eher diejenigen provoziert, die es gewagt hatten, von Schwestern und Brüdern in anderen Kirchen zu sprechen, da, wo man nur Häretiker zu sehen vermochte.

 

Es hat lange gedauert, bis Christinnen und Christen verstehen, dass der einzig gangbare Weg für die getrennte Christenheit derjenige des Dialogs ist – und viele haben es leider immer noch nicht verstanden. Ökumene ist nicht selbstverständlich.

 

Vor wenigen Jahrzehnten wäre es nicht denkbar gewesen, dass Gläubige aus verschiedenen Kirchen gemeinsam für die Einheit beten; an Hass im Namen Christi hat es in der Kirchengeschichte niemals gefehlt.

 

Noch vor wenigen Jahren wäre es unmöglich gewesen, so ein interkonfessionelles Gebet in einem altkatholischen Gotteshaus zu halten. Ihre Kirche hätte sehr starke Vorbehalte gehabt; und die anderen Kirchen hätten eine genauso ablehnende Haltung den Altkatholiken gegenüber gehabt.

 

Gott sei Dank, auch wenn einige über die ökumenische Situation jammern, manchmal sogar mit guten Gründen, haben wir wichtige Schritte nach vorne gemacht.

 

Unsere Schwestern und Brüder aus Armenien, die die Texte für den heurigen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen vorbereitet haben, haben sich für eine Lesung aus dem 12. Kapitel des Evangeliums nach Johannes entschieden. Dieses Kapitel beschreibt das letzte öffentliche Erscheinen unseres Herrn Jesus Christus in Jerusalem vor seiner Kreuzigung. In unserer heutigen Lesung spricht Christus über sich als das Licht der Welt und ermahnt seine Zuhörerinnen und Zuhörer ihm zu folgen und an ihn zu glauben.

 

Es ist eine Tatsache, dass unser Herr sich in den drei Jahren seines öffentlichen Wirkens den verschiedenen Gruppen von Juden, sowohl denen, die ihm folgten, weil sie an ihn glaubten, als auch denen, die kamen, um ihn predigen zu hören, auf unterschiedliche Weise vorgestellt hat.

 

Viele kamen wohl eher aus Neugierde als aus Interesse, aber auch in dem Versuch, ihm "im Wort" eine Falle zu stellen.

 

So stellt sich unser Herr einmal als "die Auferstehung und das Leben", ein anderes Mal als "der Weg und die Wahrheit", oder auch als "Weinstock" und als "Tür" vor, während er in der heutigen Lesung, wie wir gehört haben, als "Licht" dargestellt wird.

 

Wer diesem Licht nachfolgt, betont Christus, kann nicht von der Finsternis überrascht werden, kann immer seinen Weg erkennen und niemals sein Ziel verfehlen; wer an dieses Licht glaubt, kann Sohn dieses Lichtes werden, also ein Teil von Gottes Reich . Wenn man vom Reich Gottes spricht, ist damit natürlich ein Leben in Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit zu verstehen.

 

Da wir glauben, dass Christus das Licht der Welt ist, ist die Kirche, die Sein Leib, Seine Fortsetzung und Sein Ausdruck in der Zeit ist, ebenso Licht. Sie ist der Raum, in dem die Erleuchtung Christi erfahren werden kann.

 

Man könnte praktisch sagen, dass diese biblische Passage alle, die Christus folgen möchten einlädt, sogar auffordert, nicht zu zögern, sondern aktiv im Glauben zu handeln, solange sie die Gelegenheit dazu haben.

 

Wo können wir heute bewusst in unserem Leben diesem Licht folgen, im Glauben handeln, und die Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit leben und erfahren?

 

Und was hat das überhaupt mit Ökumene zu tun, wenn man über die Common Sense Ebene hinausgehen möchte?

 

Diejenigen, die sich allerdings ein bisschen in der Geschichte des armenischen Volkes auskennen, können spüren, dass dies in einem so stark von Christenverfolgungen geplagten Land, ein überlebenswichtiges Anliegen ist: Dort ist dringend Versöhnung gefragt, dort kann das Licht für die Heilung von Erinnerungen benötigt werden, für eine neue, menschenbejahende Perspektive.

 

Letztendlich geht es meines Erachtens in unserer Lesung auch, um die entschiedene Hinterfragung der Selbstverständlichkeiten, die mit der Spirale von Rivalitäten, Spaltungen und Gewalt verbunden sind.

 

Und genau das gehört doch zum Kern der ökumenischen Arbeit, denn die Erde wird bewohnbar, wenn wir Menschen helfen, nicht nur trotz, sondern vor allem dank unserer von Gott geschenkten Unterschiede gemeinsam zu leben, zu existieren.

 

Es war ein großer Segen für meine Wenigkeit, bei der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Basel-Land für eine gewisse Zeit als Präsident mitzuwirken.

 

Langweilig ist die christliche Vielfalt nicht, langweilig ist die Vielfalt der Menschen nicht. Die Buntheit, die Vielstimmigkeit bereichert das Leben.

 

Es ist freilich nicht nur normal, nicht nur gesund, es ist auch schön und sinnvoll, eine starke Identität zu haben, eine geschichtsreiche Tradition zu leben, solide Überzeugungen mit guten Gründen zu vertreten.

 

Eine anything goes Mentalität, alles für gleichgültig zu halten, ist monoton, da ist keine Leidenschaft für die Wahrheit möglich. Über die Wahrheit zu diskutieren, ja, zu streiten, wenn es sein muss, aber nach Regeln und in gegenseitigem Respekt gilt als durchaus ökumenische Haltung.

 

Die Wahrheit geht uns an, weil uns Jesus Christus angeht. Ökumene ist ein praktiziertes Plädoyer für eine nicht langweilige Christenheit, für eine leidenschaftliche Christenheit, die im jeweiligen Anderen nicht den Häretiker, nicht den Feind, nicht die Gefahr, sondern die Chance, das Potenzial, die Gaben, das Ebenbild Gottes, letztendlich Gott selbst sieht.

 

Der Ökumenische Patriarch Bartholomäus hat folgendes in seiner letzten Weihnachtsbotschaft betont:

 

"Wir halten Gleichgültigkeit gegenüber der Spaltung des Christentums für unzulässig – besonders dann, wenn diese Spaltung von Fundamentalismus und von einer ausdrücklichen Ablehnung der innerchristlichen Dialoge, deren letztliches Ziel die Überwindung der Trennung und die Erlangung der Einheit ist, begleitet wird. Die Pflicht zum Einsatz für die christliche Einheit ist unverhandelbar. Der jungen Generation der Christen fällt die Verantwortung zu, die Bemühungen der Pioniere der ökumenischen Bewegung fortzusetzen und ihre Visionen und Mühen zu rechtfertigen".

 

Die Ökumene erlebt immer wieder Überraschungen, manchmal positive, ab und zu negative, sie lässt sich aber nicht frustrieren.

 

Sich vom Anderen überraschen zu lassen, Selbstverständlichkeiten und Stereotypen zu hinterfragen, das ist eine Lebenshaltung.

 

Wir sollten uns fragen, was für Chancen wir als Kirchen und als Gesellschaft verpasst haben, gerade weil wir im Gesprächspartner nur den Rivalen, den Antagonisten sehen wollten.

 

Zukunftsweisend ist eine Ökumene der Neugier, der dankbaren Wahrnehmung von Schätzen der jeweiligen christlichen Anderen: Statt Frustration wegen der noch nicht erreichten Wunschergebnisse zu erzeugen, ins Gespräch kommen, Entdeckungsfreude spüren, auch auf die zahlenmäßig kleinen Kirchen über paternalistische Verhaltensmuster hinaus aufmerksamer hören und miteinbeziehen!

 

Theologische und kulturelle Unterschiede können auch als Chancen zur Gestaltung der christlichen Präsenz dienen, gerade in einer immer säkularer werdenden westlichen Gesellschaft. Es wird intensiv über Sparmaßnahmen in den Kirchen diskutiert, aber Buntheit, Vielfalt, Ökumene sind kein Luxusangebot. Ihr Platz ist - und soll weiterhin sein- im Kernprogramm der Kirchen.

 

Allerdings dürfen die Kirchen nicht den Eindruck entstehen lassen, dass sie Ökumene aus Hoffnungslosigkeit machen, weil ihnen einfach die Gläubigen davonlaufen. Wir machen Ökumene aus Hoffnung, um diesen Begriff aus dem heurigen Leitgedanken der Gebetswoche für die Einheit der Christen aufzugreifen, weil die Basis unserer Hoffnung, der Herr selbst, es so gewollt hat, als er betete: "Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast".

 

Der Heilige Clemens von Alexandrien betonte einst: "Wenn du keine Hoffnung hast, wirst du niemals entdecken, was hinter deinen Hoffnungen liegt".

 

Hoffnung ist unentbehrlich für jedes Leben. So wie der Körper nicht ohne Sauerstoff und die Seele nicht ohne Glauben leben können, hat unser Leben ohne Hoffnung keinen Bestand.

 

Gläubige Menschen wissen, dass Hoffnung ein göttliches Geschenk ist. Sie ist die Bestätigung des Sinns im Leben und der Widerstand gegen Hoffnungslosigkeit. Sie ist die Überzeugung, dass es niemals zu spät ist, dass wir als Einzelne und als Institutionen noch etwas ausrichten können. Das ist es, was der Glaube ist und was religiöse Einrichtungen leisten können.

 

Dies ist auch die größte Gabe, die wir unseren Kindern schenken können: dass wir also an eine bessere Welt glauben und hoffen, dass es in einer besseren Welt keine Gewalt mehr gibt, eine Welt, in der Rassen und Religionen gleicherweise geachtet werden, wo die Vielfalt gefeiert wird, wo alle ausreichend versorgt sind und wo die Sprache der Toleranz die Muttersprache der Weltfamilie ist, damit der Gott der Liebe verherrlicht werden kann. Das ist die Welt, in der "das Reich wie im Himmel so auf Erden ist". Wenn man sich dafür entscheidet, das Licht, das Christus verbreitet, zu verleugnen, hat das schmerzhafte Folgen für das Leben in der Welt. Heute erlebt ein großer Teil der Menschheit die Tragödie der Armut und des Elends, des Krieges und der Ungewissheit. Eine Welt, die von globalen Krisen geprägt ist, was zur Verunsicherung und dem Gefühl einer "Polykrisen"-Ära führt.

 

Der moderne Mensch verleugnet die Gegenwart Gottes in seinem Leben, und das führt zur Aushöhlung seines Wertes, zur Gleichgültigkeit gegenüber dem Nächsten, zur Ablehnung der Hoffnung und insbesondere der Hoffnung auf Christus.

 

Liebe Schwestern und Brüder im Herrn, wir leben in Zeiten, wo mutiges christliches Zeugnis in ökumenischer Verbundenheit erwartet wird; Toleranz, Respekt, Dialog sind ökumenische Imperative. Selbstverständlichkeiten der Demokratie und der Menschlichkeit erweisen sich heute als überhaupt nicht selbstverständlich. Gespenster der Vergangenheit, zusammen mit neuen, bestens vernetzten Propheten des Hasses, stellen eine Bedrohung dar, die nur die Gesellschaft als Ganzes, gläubige und säkulare Menschen gemeinsam, bekämpfen können. Dass wir in der heutigen Lesung von unserem Herrn aufgefordert werden, im Licht des Glaubens zu handeln, ist nicht trivial. Ökumene ist nicht trivial. Beten wir und arbeiten wir weiterhin für die Einheit der Christen, für Respekt, Versöhnung, Menschenwürde. Unser Herr Jesus Christus, das Licht der Welt, der uns führt und uns erleuchtet, ist mit uns!

 

Amen!

zurück

Submenü:

Mitgliedskirchen
  • Äthiopisch-Orthodoxe Kirche
  • Altkatholische Kirche
  • Anglikanische Kirche
  • Armenisch-apostolische Kirche
  • Bulgarisch-Orthodoxe Kirche
  • Bund der Baptistengemeinden
  • Evangelische Kirche A.B.
  • Evangelische Kirche H.B.
  • Evangelisch-methodistische Kirche
  • Griechisch-Orthodoxe Kirche
  • Indisch-Orthodoxe Kirche
  • Koptisch-Orthodoxe Kirche
  • Neuapostolische Kirche
  • Römisch-Katholische Kirche
  • Rumänisch-Orthodoxe Kirche
  • Russisch-Orthodoxe Kirche
  • Serbisch-Orthodoxe Kirche
  • Syrisch-Orthodoxe Kirche

  • Weltkirchenrat
  • Konferenz Europäischer Kirchen

Termine

 

29.
Mai
Lange Nacht der Kirchen

weitere Infos unter: www.langenachtderkirchen.at

Fr.., 29. Mai 2026, 18:00 Uhr
Fr.., 25. Mai 2018, 23:59 Uhr
in ganz Österreich
Details: Lange Nacht der Kirchen
22.
Juni
Ökumenischer Gedenkgottesdienst

zum 100. Geburtstag von Oberin Christine Gleixner (1926-2015)

Mo.., 22. Juni 2026, 16:00 Uhr
Stephansdom
Details: Ökumenischer Gedenkgottesdienst
20.
Sept.
ÖRKÖ TV-Gottesdienst zur Schöpfungszeit

Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen, ORF III, 10 Uhr

So.., 20. September 2026, 10:00 Uhr
Methodistischen Kirche
Details: ÖRKÖ TV-Gottesdienst zur Schöpfungszeit
nach oben springen
Footermenü:
  • Home
  • Über uns
  • ÖRKÖ News
  • Ökumene News
  • Erklärungen & Dokumente

Ökumenischer Rat der Kirchen

in Österreich

oerkoe@kirchen.at
+43 - 59 - 151700-204
Severin Schreiber Gasse 3, A-1180 Wien
  • Presse / Service
  • Impressum
  • Datenschutz
nach oben springen