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„Eine Kirche, die Hoffnung schenkt, Brücken baut, Menschen stärkt und in allem aus der Liebe Christi lebt“

Wortlaut des Festvortrags von Apostel Matthias Pfützner beim Festakt „50Jahre staatlichen Anerkennung der Neuapostolischen Kirche in Österreich“ (13.12.2025)

 

 

1. Die leisen Anfänge – eine Geschichte, die mit einem einzigen Menschen beginnt

 

Die Geschichte unserer Kirche in Österreich beginnt – wie so vieles im Reich Gottes – mit einem einzelnen Menschen, der 1885 nach Wien gezogen ist: ein neuapostolischer Christ, der hier Heimat suchte. In solch schlichten Anfängen liegt etwas Kostbares. Sie erinnern uns daran, dass Gott seine Wege oft unspektakulär beginnt, dass er nicht die Stärke der Strukturen sucht, sondern die Bereitschaft eines Herzens.

 

Aus diesem ersten kleinen Schritt erwuchs 1935 die erste Gemeinde in Wien-Landstraße. Nach dem Krieg, 1946, wurde das Recht der neuapostolischen Gläubigen zur öffentlichen und privaten Religionsausübung bestätigt – ein zartes, aber wichtiges Zeichen der Anerkennung in einer Zeit der Neuorientierung. Und 1975 folgte schließlich die gesetzliche Anerkennung als Religionsgesellschaft – ein Meilenstein, den wir heute feiern.

 

Was mich daran bewegt: Dieser Weg ist nicht nur eine Abfolge historischer Fakten. Er ist eine geistliche Geschichte. Eine Geschichte, in der Gott durch die Treue Weniger möglich gemacht hat, was heute Vielen zugutekommt. Gott beginnt ja oft mit wenig – mit einem kleinen Samenkorn, einem unscheinbaren Wort, einer Handvoll Frauen und Männer, die sagen: „Hier sind wir.“

 

Wenn daher, wie Frau Bundesministerin Plakolm in ihrer Grußbotschaft erwähnt hat, meinem ständigen Vertreter im Vorjahr ein Ehrenzeichen verliehen wurde, so ist dies für ihn wie für uns alle keine persönliche Auszeichnung, sondern Ausdruck der Anerkennung des Lebens und Handelns aller neuapostolischen Christinnen und Christen in unserem Land – ein Ausdruck des Gesehenwerdens.

 

2. Gesehen werden – Freiheit und Verantwortung annehmen

 

Die staatliche Anerkennung vor fünfzig Jahren war ein Moment, in dem die Neuapostolische Kirche in Österreich gesehen wurde: als Kirche, als Partnerin, als Stimme in diesem Land.

 

Wenn ein Staat einer Religionsgemeinschaft den Status einer gesetzlich anerkannten Kirche verleiht, gibt er damit einen Raum der Freiheit und Verantwortung:

 

  • Freiheit, unseren Glauben öffentlich zu leben, unsere inneren Angelegenheiten selbst zu ordnen, Religionsunterricht anzubieten;
  • Verantwortung, diese Freiheit nicht für uns selbst zu behalten, sondern in den Dienst der Menschen in unserem Land zu stellen.

 

Doch ich verstehe diese einhundertvierzig Jahre seit dem Beginn unserer Kirche in Österreich und auch die fünfzig Jahre seit der staatlichen Anerkennung nicht nur als Gesehenwerden durch andere, sondern vor allem als eine Geschichte, in der Gott selbst uns immer wieder sagt: „Ich sehe euch. Ich nehme euch an. Aber ich lasse euch nicht in Ruhe – ich sende euch.“ Das bedeutet letztlich, neuapostolisch zu sein: berufen und gesandt zu sein.

 

Dabei war diese Anerkennung wohl auch staatlicherseits keine überstürzte Entscheidung. Der Prozess dauerte mehrere Jahre. Unbestätigten Gerüchten zufolge meinte der zuständige Mitarbeiter des Ministeriums gegenüber dem Rechtsanwalt unserer Kirche nach Beantwortung aller offenen Fragen und mit Blick auf den dicken Ordner: „Das kann man nicht so schnell entscheiden. Der Akt muss jetzt einmal absitzen – und dann muss man ihn umdrehen und noch einmal sitzen lassen.“

 

Aus heutiger Sicht überrascht uns das wenig. Die Neuapostolische Kirche war 1975 noch eine ganz andere Kirche als heute. Sie war, gemessen an ihrer heutigen weltweiten Präsenz, in vielem noch eine kleine europäische Kirche. Zwar gab es bereits Gemeinden auf anderen Kontinenten, doch die großen Bemühungen zur weltweiten Verkündigung des Evangeliums standen erst am Anfang. Von der internationalen Kirche, die heute in über 200 Ländern tätig ist, konnte vor fünfzig Jahren noch keine Rede sein. (Zur Einordnung: in ganz Österreich gibt es heute 40 Gemeinden - aber falls Sie zufällig mal in den Kongo reisen, werden Sie allein in der Hauptstadt Kinshasa kaum eine der mehr als 1500 neuapostolischen Gemeinden übersehen können.)

 

Gleichzeitig war unsere Kirche stark nach innen orientiert. Bewusste Abgrenzung gegenüber anderen Kirchen prägte lange Zeit unsere Identität. Ökumenische Kontakte waren selten, interreligiöse Begegnungen praktisch nicht vorhanden. Auch das gehört ehrlich zu unserer Geschichte: dass wir erst lernen mussten, uns zu öffnen, und dass Gott uns auf einen Weg geführt hat, auf dem Vertrauen wachsen durfte.

 

Gerade deshalb war die staatliche Anerkennung im Jahr 1975 ein wichtiges, vielleicht für manche auch überraschendes Zeichen des Vertrauens.

 

3. Lernwege der Kirche – Glauben tiefer verstehen

 

In den vergangenen Jahrzehnten haben wir als Kirche viel gelernt. Mit der erstmaligen Veröffentlichung eines Katechismus im Jahr 2012 hat sich unser Selbstverständnis vertieft und zugleich geöffnet. Er gibt Zeugnis von einem Glauben, der fest verwurzelt ist und doch dialogfähig.

 

Wir haben gelernt, dass wir Christus nicht „für uns haben“, sondern dass er uns gemeinsam geschenkt ist. Deshalb verstehen wir uns heute ausdrücklich als Teil der einen Kirche Jesu Christi. Wir wissen uns verbunden mit allen, die Christus als den Herrn bekennen – unabhängig von Tradition, Liturgie oder kirchlicher Gestalt. Wir haben gelernt, dass echte Identität nichts mit Abgrenzung zu tun hat, sondern mit einer immer tieferen Verwurzelung in der Liebe Gottes.

 

Dieser Lernweg war wichtig, nicht weil er uns modern gemacht hätte, sondern weil er uns näher an das Herz Gottes geführt hat: zu einer Spiritualität, die nicht abgrenzt, sondern verbindet, die nicht trennt, sondern aufeinander zugeht, die nicht im Besitz des Evangeliums steht, sondern aus dem Evangelium heraus lebt.

 

4. Miteinander unterwegs – Ökumene und interreligiöser Dialog

 

Vielleicht zeigt sich diese geistliche Bewegung (die für die einen zu rasch und für die anderen zu langsam erfolgte) am stärksten in unserem ökumenischen und interreligiösen Engagement. Wir dürfen heute mitwirken:

  • in ökumenischen Foren und Dialogkreisen,
  • im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich,
  • im Wiener Religionsrat,
  • in der Plattform der Religionen,
  • und am Campus der Religionen in der Seestadt Aspern – einem einzigartigen Projekt, das uns besonders am Herzen liegt.

 

Diese Orte sind keine Nebenprojekte kirchlicher Arbeit. Sie sind Herzensangelegenheiten. Dort spüren wir, wie Gott wirkt, wenn Menschen einander ernst nehmen – ihre Tradition, ihre Fragen, ihre Zerbrechlichkeit, ihre Sehnsucht.

 

Ein Geist des Miteinanders entsteht nicht durch Beschlüsse, sondern wenn Menschen einander zuhören, wenn sie das Heilige im Leben des anderen anerkennen und den Mut haben, sich von der Spiritualität der anderen berühren zu lassen, ohne die eigene Identität aufzugeben. So begegnen wir Menschen anderer Konfessionen und Religionen nicht als Objekte unserer Mission, sondern als Schwestern und Brüder auf der Suche nach Gott, nach Sinn und nach Frieden.

 

5. Der Glaube bekommt Hände – die soziale Dimension unserer Kirche

 

Glaube ist niemals nur Wort. Er möchte Frucht bringen. Er möchte Hände bekommen. Darum ist das soziale Engagement der Neuapostolischen Kirche in Österreich ein zentraler Teil unseres Selbstverständnisses. Durch „humanitas“ – unsere Hilfsinitiative hier in Österreich – und durch die überregionalen Werke wie NAK-Diakonia geschieht konkrete Hilfe: bei Katastrophen, in Notlagen, für Menschen, die unverschuldet an den Rand gedrängt wurden.

 

Seit vielen Jahren unterstützen wir auch das Sozialwerk des Bundespräsidenten – ein Werk, das jenen hilft, „die durch die Maschen des Netzes fallen“. Diese Formulierung berührt mich besonders. Denn sie erinnert mich daran, dass niemand von uns aus eigener Kraft sicher steht. Dass jeder von uns Momente kennt, in denen das Leben brüchig wird.

 

Kirche ist berufen, an diesen Bruchstellen da zu sein. Nicht mit schnellen Antworten, sondern mit echter Nähe. Wenn wir helfen, tun wir es nicht aus einem Überlegenheitsgefühl heraus, sondern aus dem Wissen: Wir alle leben aus geschenkter Gnade. Wir alle sind Empfangende – und darum können wir geben.

 

6. Kirche mitten im Leben – Zusammenarbeit mit Staat und Gesellschaft

 

Staatliche Anerkennung bedeutet auch: Wir sind mitten im öffentlichen Leben.

 

  • Im Religionsunterricht begleiten wir Kinder und Jugendliche in ihren Fragen, ihrem Suchen und in ihren Lebenswelten.
  • In Begutachtungsverfahren geben wir aus unserem Glauben heraus Impulse für Gesetzesmaterien – nicht als Lobby, sondern als Stimme für Würde, Freiheit und Mitmenschlichkeit.
  • In der Corona-Pandemie haben wir gemeinsam mit anderen Kirchen und Religionsgesellschaften gezeigt: Glaube und gesellschaftliche Verantwortung gehören zusammen. Gemeinsam zu handeln war und ist Ausdruck eines tiefen Respekts vor dem Leben.

 

Kirche ist nicht Rückzugsort aus der Welt. Kirche ist ein Ort, an dem wir lernen, mitten in der Welt anders zu leben – freier, mutiger, hoffnungsvoller.

Ich glaube: Unsere wichtigste Aufgabe ist es, Räume zu schaffen, in denen Menschen erfahren können, dass sie geliebt sind – bedingungslos, unabhängig von Leistung und Erfolg. Gerade in einer Zeit, in der viele sich einsam, erschöpft, überfordert oder „übersehen“ fühlen.

 

7. Die innere Mitte – Gottes geliebte Menschen

 

Wenn ich auf fünfzig Jahre staatliche Anerkennung schaue, spüre ich auch: All das – die Anerkennung, die Kooperation mit staatlichen Stellen, die ökumenischen und interreligiösen Gremien – es trägt nur, wenn wir als Kirche unseren inneren Mittelpunkt nicht verlieren.

 

Diese Mitte ist kein Programm.
Sie ist keine Struktur.
Sie ist – Gott selbst.

 

Er ruft auch eine kleine Kirche, wie wir es sind, immer wieder weg von der Versuchung, erfolgreich, beliebt und einflussreich sein zu wollen – hin zur Bereitschaft Ihm nachzufolgen.

Wo wir aus dieser Identität leben, können wir auch Fehler eingestehen, uns verändern lassen, aufbrechen zu neuen Wegen.

 

Aus seiner Liebe leben wir.
Aus ihr erwächst unsere Identität, unser Dienst, unsere Demut.

Sie erinnert uns daran, dass wir zuerst Geliebte sind – und erst dann Funktionsträger, Amtsträger, Entscheidungsträger.

 

Eine Kirche, die aus dieser Mitte lebt, wird nicht hart. Sie wird barmherzig.
Sie wird nicht ängstlich. Sie wird frei.
Sie wird nicht selbstbezogen. Sie wird dienend.

 

8. Blick in die Zukunft – eine Kirche, die Raum schafft

 

Was wünsche ich mir als leitender Geistlicher für die kommenden Jahrzehnte der Neuapostolischen Kirche in Österreich?

 

  • Ich wünsche mir eine Kirche, in der Menschen erfahren dürfen: „Ich darf so kommen, wie ich bin.“ Nicht perfekt, nicht erfolgreich, nicht geordnet – sondern als Mensch mit offenen Fragen, mit meinen Wunden und meinen Zweifeln, aber auch mit Hoffnung, mit meiner Sehnsucht und mit meinem Glauben.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die zuhört.
    Den jungen Menschen mit ihren ganz anderen, unkonventionellen Fragen.
    Den Menschen anderer Religionen. Und auch jenen, die der Kirche kritisch oder verletzt gegenüberstehen oder sich von ihr abgewandt haben.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die die Schwachen im Blick behält.
    Eine Kirche, die „sich hinunterbeugt“ und nicht „hinabschaut“.
    Eine Kirche, die sich nicht über die Zerbrechlichkeit der Menschen erhebt, sondern hineingeht in ihre Brüche – weil sie weiß, dass auch sie selbst zerbrechlich ist.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die dialogfähig bleibt.
    In einer Gesellschaft, die sich schnell polarisiert, sind Kirchen und Religionsgemeinschaften heute mehr denn je gerufen, Brücken zu bauen, menschliche Räume zu öffnen, Frieden zu stiften und für Gerechtigkeit sowie die Bewahrung der Schöpfung einzutreten.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die geistlich bleibt.
    Denn ohne Gebet, ohne Gottesbeziehung, ohne Stille und ohne das Hören auf Gottes leise Stimme wird alles Tun hohl.
  • Ich wünsche mir eine Kirche, die Christus liebt, Christus erwartet, Christus bekennt.

 

Schluss

 

Ich danke dem österreichischen Staat für das Vertrauen, das uns damals geschenkt wurde und bis heute trägt. Ich danke allen, die in diesen Jahrzehnten mit ihrem Gebet, ihrem Dienst und ihrer Liebe diese Kirche aufgebaut haben. Und ich danke allen Schwestern und Brüdern aus anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften, die uns auf diesem Weg begleitet haben.

Wir feiern heute nicht die Größe einer Institution. Wir feiern die Treue Gottes. Eine Treue, die uns durch die Jahrzehnte getragen hat – und die uns auch in die Zukunft führen wird.

Möge Gott uns helfen, eine Kirche zu sein, die Hoffnung schenkt, die Brücken baut, die Menschen stärkt – und die in allem aus der Liebe Christi lebt.

Vielen Dank.

 

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