Die befreiende Botschaft von Ostern

Erzbischof Grünwidl: "Osterhoffnung macht Mut zum Handeln"
Ostern ist für den Wiener Erzbischof Josef Grünwidl eine Antwort auf die Grundfragen des Menschen, die in jedem Menschenleben in irgendeiner Form irgendwann aufkommen: "Woher komme ich, wohin gehe ich, welchen Sinn hat mein Leben?" Grünwidl: "Zu Ostern feiern wir den Gott des Lebens, der schon bei der Schöpfung von Anfang an gesagt hat: 'Ich will das Leben und ich sehe, dass es gut ist.' Und wir feiern, dass Gott stärker ist als der Tod, dass er uns auch im Tod nicht fallen lässt."
Er wünsche allen, "dass wir uns nicht von negativen Erfahrungen, Problemen und Sorgen hinunterziehen lassen und handlungsunfähig werden, sondern, dass die Osterhoffnung und der Blick auf Gott, der stärker ist als der Tod, uns Hoffnung gibt und Mut macht zum Handeln und zum Einsatz für das Leben".
Bischöfin Richter: Bei der Botschaft des Ostermorgen angekommen
Mit dem Ostermorgen ist das Ende der Passionszeit erreicht. Für sie persönlich, so die evangelische Bischöfin Cornelia Richter, ist die Passionszeit eine Zeit der der Nachdenklichkeit, "in der ich still werde und in denen mir die Erzählungen der Evangelien besonders nahe sind". Was damals erzählt wurde, "das verbindet sich heute mit den Nachrichten aus aller Welt und diese sind kaum zu ertragen. Weil es kein Ende hat mit dem Hass und der Gewalt, mit den mutwillig angezettelten und so völlig sinnlosen Kriegen."
Umso dankbarer sei sie, "dass wir jetzt bei der Botschaft des Ostermorgen angekommen sind: Bei der Botschaft, die ein für allemal sagt, dass Tod und Leben, Verzweiflung und Hoffnung, Gottverlassenheit und Gottesnähe zusammengehören. Weil wir im Christentum auf einen Gott vertrauen, der dem Tod nicht das letzte Wort lässt. Stattdessen Auferstehung."
Die Verwandlung finde im Verborgenen statt und sei kaum zu verstehen, "aber sie lässt sich spüren, sie lässt sich erleben, immer wieder neu", so die Bischöfin: "Der Ostermorgen wartet, Licht, und vor allem die unbändige Hoffnung auf ein neues Leben."
Superintendent Geist "Das Leben steht über allem"
Ostern zeigt auch heuer wieder auf: "Das Leben steht über allem, was an Leid und Schicksal in dieser Welt vorhanden ist." - Das betont der Wiener evangelische Superintendent Matthias Geist. Er sei dankbar, "dass es nicht nur die frühen Christinnen und Christen gegeben hat, die das erkannt haben für sich und ihre Zeit, sondern dass es heute in den verschiedenen Bereichen des Lebens wirksam sein kann: Wie groß die Freiheit ist, die wir Menschen doch geschenkt bekommen, dass wir das Leben in all seinen Phasen doch als eines erleben dürfen, das dem Aufbruch dient, das uns aufrüttelt, aufweckt und im wahrsten Sinne des Wortes auferstehen lässt."
