Salzburg: Erzbischof Lackner lud zum Ökumenischem Empfang

Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner lud Mittwochabend zum traditionellen Ökumenischen Empfang im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen. Der Einladung waren u.a. der evangelische Superintendent Olivier Dantine, der griechisch-orthodoxe Erzpriester Zafeirios Kouteleris, der rumänisch-orthodoxe Erzpriester Dumitru Viezuianu, der serbisch-orthodoxe Pfarrer Dragan Eric, die methodistische Pfarrerin Dorothee Büürma, Walter Pechhacker von der Neuapostolische Kirche sowie Vertreterinnen und Vertreter der Freikirchen gefolgt. Auch "Pro Oriente"-Präsident Clemens Koja und Landtagspräsidentin Brigitta Pallauf nahmen an der Veranstaltung teil.
Inhaltlich standen beim Empfang im Kardinal-Schwarzenberg-Saal Impulse des vor 800 Jahren verstorbenen Heiligen Franz von Assisi im Mittelpunkt. Der Franziskaner P. Johannes Schneider gab in seinem Impuls inhaltlich-biografische und spirituelle Einblicke in das Wirken des heiligen Franziskus. "In Zeiten der Unsicherheit predigt Franziskus den rechten Glauben. Ein unmittelbarer Glaube, der zu Gott führt", betonte der Franziskaner.
Die bleibende Aktualität des Heiligen unterstrich auch Erzbischof Lackner in seiner Begrüßung. Prof. Dietmar Winkler, Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg, schilderte die historischen Rahmenbedingungen innerhalb derer sich die Berufung des Franziskus ereignete.
Sorge um Armenien
Schon Dienstagabend fand in Salzburg-Aigen ein ökumenischer Gottesdienst im Rahmen der Gebetswoche statt. Die Unterlagen für die in vielen Ländern abgehaltene Gebetswoche wurden heuer von Gläubigen der Armenisch-apostolischen, Armenisch-katholischen und der Evangelischen Kirche in Armenien erstellt. Beim Gottesdienst in Salzburg stellte die Armenien-Expertin Jasmine Dum-Tragut die armenische Kirche vor und kam auch auf die aktuelle schwierige Situation zu sprechen. In den vergangenen fünf Jahren hätten Armenien, das armenische Volk und seine Kirche unermessliche Prüfungen erlitten, so Dum-Tragut: "Der verlorene Krieg um Berg-Karabach 2020, die Vertreibung von 150.000 Karabach-Armeniern aus ihrer Heimat im September 2023 und der endgültige Verlust Bergkarabachs 2024 haben die Nation in eine erdrückende Finsternis gestürzt."
Was aber früher die armenische Kirche durch ihre Einigkeit stets gemeistert hat, fehle gegenwärtig bitterlich, so die Armenien-Expertin. Seit 2024 tobe ein Machtkampf zwischen Kirche und Regierung, "der mittlerweile absurde Formen angenommen hat - und das im Schatten einer ständigen Bedrohung durch Aserbaidschan".
Drei Erzbischöfe, ein Bischof und zehn weitere Geistliche würden unter Vorwürfen des Terrorismus, der Volksaufwiegelung und der Korruption in Haft sitzen, angeklagt von einer zunehmend diktatorisch und antidemokratisch wirkenden Regierung. Gleichzeitig hätten sich zehn Erzbischöfe und Bischöfe vom Heiligen Stuhl in Edschmiadzin abgewandt, um diese Regierung zu stützen, so Dum-Tragut: "So zerrissen wie die Kirche selbst ist nun auch das Volk, ratlos blickt es in seine Zukunft, ringt die Hände, wem es nun vertrauen soll."
Armenien und seine Kirche benötigten Einigkeit dringender denn je - "angesichts eines krisengeschüttelten Armeniens, das mit Bangen und Stirnrunzeln der Zukunft entgegengeht", so Dum-Tragut. Ihr Appell: "Beten wir heute um die Einheit aller Christen weltweit, aber insbesondere für die Einheit in der armenischen Kirche selbst: Möge das göttliche Licht Armenien und seine Führerschaft, politisch und geistlich, erleuchten und neu vereinen!"
Quelle: kathpress
