Bischof Zsifkovics bei orthodoxer Wasserweihe am Zicksee
In St. Andrä/Zicksee im Burgenland fand am Samstag wieder die traditionelle orthodoxe Große Wasserweihe statt. Der feierlichen Liturgie stand der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) vor. Mit dabei war auch der katholische Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics. Nachdem der See in den vergangenen Jahren teils ausgetrocknet war, konnte nun wieder direkt am zugefrorenen See die Wasserweihe vollzogen werden. Dazu wurde in die gefrorene Oberfläche zuerst ein Loch geschlagen, in das dann der Metropolit und danach auch Bischof Zsifkovics ein Kreuz eintauchten.
Der traditionelle Ritus gehört zu den eindrucksvollsten Feiern der Orthodoxen Kirche und wird zum Gedenken an die Taufe Jesu am Tag der Erscheinung des Herrn (Epiphanie) in der Orthodoxie weltweit begangen. Nach orthodoxem Verständnis wird bei der "Großen Wasserweihe" durch das Wasser die ganze Schöpfung gesegnet bzw. wird dadurch die Heiligkeit der Schöpfung gegenwärtig.
Mit dem Metropoliten und dem Bischof feierten u.a. die Mönche des orthodoxen Klosters in St. Andrä sowie zahlreiche katholische und orthodoxe Gläubige. - Und auch ein Team des ORF-Burgenland. "Das Wasser ist Teil des Lebens. Der Mensch braucht Wasser, die Schöpfung, die Tiere brauchen Wasser. Und mit dieser Heiligung nehmen wir Teil an der Heiligung Gottes", sagte Metropolit Arsenios gegenüber dem ORF.
Und Bischof Zsifkovics fügte hinzu: "Die orthodoxe Wasserweihe ist ein wunderbares Ritual aus der alten Tradition der Orthodoxen Kirche. Es erinnert an die Taufe von Jesus im Jordan und daran, dass Jesus dadurch die Schöpfung, das Wasser geheiligt und gesegnet hat. Es ist für uns alle ein Aufruf, dass auch wir das Evangelium weiter bezeugen und uns vor allem nachhaltig für die Schöpfung einsetzen - und zwar auch für den Frieden und dass wir mit unserem Lebensstil dafür Zeugnis ablegen", so Zsifkovics. Der Eisenstädter Bischof sprach zudem seine Hoffnung aus, dass nun bald mit dem Klosterneubau in St. Andrä begonnen werden könne. Dieser liegt seit Jahren auf Eis.
Die orthodoxe Mönchsgemeinschaft in St. Andrä besteht freilich schon seit einigen Jahren und hat zwei Wohnhäuser in ein provisorisches Kloster umfunktioniert. Herzstück des Klosters ist die Bartholomaios-Kapelle, die derzeit gerade umfassend renoviert wird. Die Gottesdienste feiert die Mönchsgemeinschaft derweilen im Keller des Gebäudes.
Der Kloster-Neubau würde mehrere Millionen Euro kosten, hieß es im ORF. "Wir sind im Gespräch und wir können derzeit noch keinen Zeitrahmen vorgeben. Vielleicht dieses oder nächstes Jahr, so ganz grob gesagt", so der Verwalter des Klosters, Vater Raphael. Vorerst wird weiterhin die alte Kapelle in der Bahngasse renoviert.
Quelle: kathpress
