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Wien: Erzbischof Grünwidl empfängt orthodoxen Metropoliten Isaak

Antrittsbesuch des für die antiochenisch-orthodoxen Gemeinden in Österreich zuständigen Metropoliten beim Wiener Erzbischof - Ökumenische Beziehungen und dramatische Lage im Nahen Osten im Mittelpunkt des Gesprächs

Metropolit Isaak Barakat Erzbischof Josef Grünwidl

 

Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat am Dienstag den antiochenischen griechisch-orthodoxen Metropoliten Isaak (Barakat) empfangen. Im Mittelpunkt der Begegnung im Erzbischöflichen Palais standen die ökumenischen Beziehungen zwischen der katholischen und orthodoxen Kirche, die Situation der antiochenischen Kirche in Österreich aber auch die angespannte Lage im Nahen Osten, die das orthodoxe Patriarchat von Antiochien massiv betrifft.

 

In seiner Metropolie, die Deutschland, die Niederlande und Österreich umfasst, sei die Kirche stetig im Wachsen, so Metropolit Isaak am Rande der Begegnung gegenüber der Nachrichtenagentur Kathpress: "Die Zahl der Gläubigen nimmt zu, wir brauchen immer neue Kirchen." Er sei dankbar für die Gastfreundschaft und Zusammenarbeit mit der katholischen und evangelischen Kirche in den Ländern, für die er zuständig ist.

 

Erzbischof Grünwidl sagte, er sei sehr dankbar für das Glaubenszeugnis der orthodoxen Kirchen und Gemeinden in Wien, im speziellen auch für die antiochenische Gemeinde, "die jung ist und wächst, die hoffnungsvoll in die Zukunft schaut". Das könne auch für die Katholiken eine Ermutigung sein.

 

Das Patriarchat von Antiochien ist eines der fünf großen altkirchlichen Patriarchate neben Rom, Konstantinopel, Alexandria und Jerusalem. Die Gläubigen des Patriarchats feiern die byzantinische Liturgie meist in arabischer Sprache. Sie leben vorwiegend in Syrien und im Libanon. Es gibt auch Diaspora-Diözesen in den USA, in Lateinamerika und in Westeuropa. Der Sitz des Patriarchen - derzeit Johannes X. - befindet sich in der syrischen Hauptstadt Damaskus. Die Angaben zu den Zahlen der Gläubigen weltweit, die dem Patriarchat zuzurechnen sind, reichen von 750.000 bis 3 Millionen.

 

Gemeinden in Wien, Hall, Linz und Salzburg

 

Die Anfänge der antiochenisch-orthodoxen Gemeinde in Wien gehen auf das Jahr 1986 zurück. Pionierarbeit in der Seelsorge leistete Pater Georgios Tüten. Die ersten Gemeindemitglieder stammten zum Großteil aus der Türkei. 2002 wurde die Kirchengemeinde offiziell begründet, als Pfarrer fungierte ab diesem Jahr Michail Papas. Die Gottesdienste feierte die Gemeinde damals in der katholischen Kirche am Gaußplatz in Wien-Leopoldstadt.

 

Österreich gehört zur Metropolie von Deutschland und Mitteleuropa, die seit 2013 von Metropolit Isaak geleitet wird. Er ist deshalb auch Mitglied in der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich. Die große Mehrzahl der Gemeinden - 34 an der Zahl - befindet sich in Deutschland. Sechs weitere gibt es in den Niederlanden. Dazu kommt seit einigen Jahren ein Kloster, das in einem ehemaligen katholischen Kloster im kleinen Ort Blankenheim in der Eifel gegründet wurde.

 

Die Wiener Gemeinde St. Petrus und Paulus feiert ihre Gottesdienste seit vielen Jahren in der Kapelle der katholischen Armen Schulschwestern Unserer Lieben Frau in der Fünfhausgasse 25 (1150 Wien). Die Gemeinde in Wien besteht aus rund 170 Familien. Diese kommen aus Syrien, der Türkei und anderen Ländern des Nahen Ostens. Eine zweite größere Gemeinde gibt es in Hall in Tirol. Weitere kleine Gemeinden wurden in Linz und Salzburg errichtet.

 

Suche nach eigener Kirche

 

Die Wiener antiochenisch-orthodoxe Gemeinde sucht seit einiger Zeit eine eigene Kirche, da die Räumlichkeiten in der Fünfhausgasse für das rege Gemeindeleben nicht mehr ausreichen würden. Gespräche mit der Erzdiözese Wien sind im Laufen.

 

An der Begegnung mit Erzbischof Grünwidl im Palais nahm u. a. auch eine Delegation der Stiftung "Pro Oriente" mit Präsident Clemens Koja, Generalsekretär Bernd Mussinghoff und Programmdirektorin Viola Raheb teil.

 

 

Quelle: kathpress

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