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Neuapostolische Kirche: Ökumene in Österreich alternativlos

Hirte Walter Hessler in Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig" über Präsenz der in Österreich nur 5.000 Mitglieder starken Kirche, die in anderen Ländern aber zu den kirchlichen Schwergewichten zählt - "Es gibt Länder, da wird der neuapostolische Sonntagsgottesdienst im Staatsfernsehen übertragen"

Hirte Walter Hessler

 

Rund 5.000 Mitglieder zählt die Neuapostolische Kirche (NAK) in Österreich. Seit gut 50 Jahren ist die Kirche staatlich anerkannt und inzwischen auch stark im ökumenischen Dialog im Land engagiert. Der Repräsentant der Kirche in zahlreichen ökumenischen Gremien, Hirte Walter Hessler, hat in der aktuellen Folge des Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig" seine Kirche vorgestellt, die sich als kleine Minderheitskirche bemüht, in Österreich Präsenz zu zeigen. Hessler gibt auch Auskunft, was seine Kirche von anderen unterscheidet, weshalb er aber die Zusammenarbeit der Kirchen als alternativlos erachtet und was er sich von Papst Leo für das Jahr 2033 wünscht.

 

Zum Podcast

 

Die Neuapostolische Kirche ist eine weltweite Kirche mit Sitz in Zürich in der Schweiz. Man zähle gut neun Millionen Gläubige, so Hessler, von denen allerdings die überwiegende Mehrheit in Afrika lebt. Hessler nannte als Beispielländer Kenia, Südafrika oder Zimbabwe. "Es gibt Länder, da wird der neuapostolische Sonntagsgottesdienst im Staatsfernsehen übertragen, weil die Neuapostolische Kirche zu den bedeutendsten vor Ort gehört." So weit sei man in Österreich freilich nicht, aber man bemühe sich jedenfalls nach Kräften, als Kirche in der Gesellschaft präsent zu sein. Das betreffe auch die Ökumene und den interreligiösen Dialog. Zur Ökumene gebe es keine Alternative. Die Christen seien nur dann glaubwürdig, wenn sie mit einer Stimme sprechen, so Hessler.

 

Habe man sich früher aufgrund von eigenen Ausgrenzungserfahrungen eher abgeschottet, gehe man nun den anderen Weg und bemühe sich um große Offenheit, berichtete Hessler über einen fundamentalen Wandel in seiner Kirche. Im Ökumenischen Rat der Kirchen sei die NAK sehr aktiv, so Hessler weiter. Seit 2021 ist man "Mitglied mit beratender Stimme".

 

Kooperation beim Religionsunterricht

 

Als eine wichtige ökumenische Errungenschaft wertete Hessler die Übereinkunft der NAK mit anderen Kirchen im Blick auf den Religionsunterricht. Als sehr kleine Kirche sei es der NAK kaum möglich, den Unterricht für die wenigen und meist verstreuten Kinder zu organisieren. Dank der Übereinkünfte mit der katholischen und evangelischen Kirche könnten die Kinder aber auch den Religionsunterricht dieser Kirchen besuchen und erhielten zudem nach Möglichkeit Besuch von neuapostolischen Religionslehrern sowie im Zeugnis eine Note in neuapostolischer Religion. - Ein sehr positives Beispiel für die Zusammenarbeit der Kirchen, so Hessler.

 

Als eine der vordringlichsten öffentlichen Aufgaben der Kirchen nannte der NAK-Repräsentant in der von Hiobsbotschaften geprägten gegenwärtigen Zeit die Verbreitung der Botschaft der christlichen Zuversicht: "Als Christ vertraue ich darauf - das ist der Zuspruch Gottes - dass er uns errettet."

 

Viel Lob hatte Hessler im Interview für Papst Leo XIV. übrig und er erinnerte daran, dass der Papst für das Jahr 2033 ein weltweites Christentreffen in Jerusalem vorgeschlagen hat. Es wäre sein großer Wunsch, so Hessler, dass dann nicht nur die Oberhäupter großer Kirchen, sondern aller christlichen Gemeinschaften an diesem Treffen Seite an Seite mit dem Papst teilnehmen werden. Und das würde dann auch den neuapostolischen Stammapostel Helge Mutschler betreffen.

 

Neue Entwicklungen in Neuapostolischer Kirche

 

Seit Pfingsten hat die NAK ein neues Kirchenoberhaupt: Helge Mutschler wurde in Kapstadt zum "Stammapostel" ordiniert. Er übernahm damit die geistliche Leitung in der Kirche von Jean-Luc Schneider, der nach 13 Jahren im Amt in den Ruhestand trat. Der "Stammapostel" ist der internationale Kirchenleiter der Neuapostolischen Kirche und ihre "oberste geistliche Autorität". Die NAK hat ihre Wurzeln in den christlichen Erweckungsbewegungen des 19. Jahrhunderts. Seit 2023 stehen die geistlichen Ämter auch Frauen offen.

 

In Deutschland wurde die Neuapostolische Kirche vor wenigen Tagen Vollmitglied der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK). Nachdem die Kirchenleitungen aller 20 stimmberechtigten Mitgliedskirchen zugestimmt haben, hat die Neuapostolische Kirche gemäß ACK-Satzung den Vollmitgliedsstatus erhalten. Die offizielle Aufnahme wird bei der Mitgliederversammlung der ACK im September in Berlin gefeiert. Die NAK zählt in Deutschland rund 300.000 Mitglieder und ist nach der Römisch-katholischen, der Evangelischen und der Orthodoxen Kirche die viertgrößte Kirche des Landes.

 

Seit 1975 in Österreich anerkannt

 

In Wien lebten erste neuapostolische Christen ab Ende des 19. Jahrhunderts, ein öffentliches Wirken etablierte sich ab den 1920er-Jahren. Im folgenden Jahrzehnt wurden erstmals mehrere Gemeinden zu einem Kirchenbezirk Österreich zusammengefasst. Seit 1975 ist die Religionsgemeinschaft als Neuapostolische Kirche in Österreich staatlich anerkannt. Sie ist seit 2021"Mitglied mit beratender Stimme" im Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ) und etwa auch am geplanten "Campus der Religionen" in Wien beteiligt. Die rund 5.000 neuapostolischen Christen in Österreich bilden 40 Kirchengemeinden in sieben Kirchenbezirken. Als Kirchenpräsident ist Apostel Matthias Pfützner seit 2021 leitender Seelsorger.

 

Der von der ökumenischen Radioagentur Studio Omega produzierte Religionspodcast "Wer glaubt, wird selig", ist auf der Website der katholischen Kirche in Österreich (www.katholisch.at), www.studio-omega.at, https://studio-omega-der-podcast.simplecast.com sowie allen gängigen Podcast-Plattformen abrufbar.

 

(Website der Neuapostolischen Kirche in Österreich: https://nak.at)

 

 

Quelle: kathpress

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