| "Sonne der Gerechtigkeit, gehe
auf zu unsrer Zeit" Am ersten Adventsonntag dieses Jahres grüßen die christlichen Kirchen in Österreich, die im Ökumenischen Rat zusammenarbeiten, im Namen des lebendigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, alle Christinnen und Christen in Osterreich und in den Nachbarländern und alle Menschen, die dieser Gruß erreicht. Die Anfangszeile des alten Liedes "Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unsrer Zeit, brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr" wurde als Motto für den Christentag 1999 gewählt. Mit diesem Christentag 1999 setzen wir bewusst fort, was Christinnen und Christen aus ganz Europa bei der 2. Europäischen Ökumenischen Versammlung 1997 in Graz bezeugt haben, dass Versöhnung Gabe Gottes und Quelle neuen Lebens ist. Wir bekennen, dass wir als Einzelne und als christliche Kirchen Schuld auf uns geladen haben. Wir vertrauen auf Gottes Vergebung und erklären unsere Bereitschaft, einander zu vergeben. Wir treten ein für "Solidarität unter den Menschen". Gott lässt uns teilhaben an seiner ganzen Schöpfung und durch seine Menschwerdung an sich selbst. Daher sollen alle Menschen teilhaben an der Fülle der geschenkten Lebensmöglichkeiten. Wir bezeugen "Kein Friede ohne Gerechtigkeit". Inmitten todbringender Herrschaftsstrukturen treten wir ein für das "Tun von Recht und Gerechtigkeit", denn ein weltloses Heil führt in eine heillose Welt. Wir bekennen uns zur "Versöhnung der Kirchen". Am Ende eines Jahrtausends der Kirchenspaltungen mühen wir uns um Versöhnung in der Hoffnung, dass auch die Gemeinschaft am Tisch des Herrn möglich wird. Schon jetzt wollen wir gemeinsam das eine Evangelium bezeugen. Wir beten, dass Versöhnung auch das Verhältnis zwischen Juden und Christen bestimme, und alle Kirchen erkennen, dass der Heilsweg des Ersten Testamentes weiterhin gültig ist und so mit allen Formen des jahrhundertealten Judenhasses brechen. Wir setzen uns ein für die "Versöhnung der Völker". Vertreibungen. Vergewaltigungen, Bombardements, Minenfelder,verwüstete Städte, Dörfer und Felder sind die verheerenden Folgen von Hass und Feindschaft. In dieser Situation widersagen wir jedem Freund-Feindbild und mühen uns, die Komplexität der Wirklichkeit zu erfassen, damit unser Dienst der Versöhnung vom Wollen und vom Können bestimmt ist. Wir wissen, hier ist das Engagement jeder und jedes einzelnen gefragt. Im Angesicht des neuen Jahrtausends geben wir gemeinsam Rechenschaft von der Hoffnung, die uns erfüllt, im Glauben an den lebendigen Gott, der war, der ist und der kommt. So bitten wir mit den Worten des Liedes Sonne der Gerechtigkeit: "Lass uns deine Herrlichkeit sehen auch in dieser Zeit und mit unsrer kleinen Kraft suchen, was den Frieden schafft. Erbarm Dich, Herr." Michael Staikos Metropolit von Austria, Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich |
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Träger des "Christentag
1999" ist der Ökumenische Rat der Kirchen in
Österreich |