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Einstimmige Wahl des Heiligen Synods - Zustimmung
der israelischen, palästinensischen und jordanischen Regierung notwendig
Jerusalem, 23.8.05 (KAP) Der neue orthodoxe Patriarch
von Jerusalem ist Theophilos III. Er wurde am Montagabend vom Heiligen
Synod des Patriarchats einstimmig gewählt. Der 53-jährige bisherige
"Metropolit vom Berg Tabor" folgt dem umstrittenen Patriarchen
Irinaios I. nach, der zunächst vom Heiligen Synod von Jerusalem und
dann von einer panorthodoxen Kirchenversammlung in Istanbul ("Synaxis")
für abgesetzt erklärt worden ist. Die Wahl von Theophilos III.
bedarf der Zustimmung der israelischen, palästinensi schen und jordanischen
Regierung. Der Abset zung von Irinaios I. hatten nur die palästinensische
und die jordanische Regierung ihre Zustimmung erteilt, nicht aber die
israelische. Iri naios I. weigerte sich bisher entschieden, seine Absetzung
zur Kenntnis zu nehmen.
Für die Absetzung von Irinaios I. waren ei nerseits ungeklärte
Begleitumstände seiner Wahl, andererseits ebenso "vielschichtige"
Grundstück geschäfte ausschlaggebend. Im Rahmen dieser Grundstücksgeschäfte
wurden wichtige orthodo xe Immobilien im palästinensischen Ostteil
Jerusalems an jüdische Investoren langfristig ver pachtet. Irinaios
I. berief sich darauf, dass diese Geschäfte vom - inzwischen flüchtigen
- Finanzdirektor des Patriarchats abgeschlossen worden seien. Trotzdem
erfolgte sowohl im Heiligen Sy nod als auch in der "Synaxis"
in Istanbul mehr heitlich der Absetzungsbeschluss.
Das orthodoxe Patriarchat von Jerusalem ist einer der größten,
wenn nicht der größte Grundbesitzer im Nahen Osten. Der Grundbesitz
des Patriarchats geht auf die "Tanzimat"- Reformperiode im Osmanischen
Reich im 19. Jahrhundert zurück, als de facto Rechtsgleichheit zwischen
christlichen und muslimischen Unter tanen des "Sultans und Imperators"
hergestellt wurde und "Wohltäter" vor allem aus Russland
und Rumänien Landbesitz für das Patriarchat erwerben konnten.
Seit Jahrhunderten - vor allem seit der Gründung der hellenischen
Erzbruderschaft vom Heiligen Grab unter Patriarch Germanos (1634- 1679)
- ist der orthodoxe Patriarch von Jerusalem immer griechischer Herkunft.
In den letzten Jahren gab es allerdings politisch angestachelte Kon flikte,
weil die palästinensischen Orthodoxen mehr Mitspracherecht in der
Kirchenführung verlangten. Die meisten orthodoxen Gläubigen
und Gemeindepriester im Heiligen Land fühlen sich als Araber; durch
die Einwanderung aus der ehemaligen Sowjetunion ist allerdings ein neues
slawisches orthodoxes Element in Erscheinung getreten. Das Patriarchat
von Jerusalem hat aber bisher kaum Strukturen für die seelsorgliche
Betreuung der russischsprachigen orthodoxen Einwanderer geschaffen.
Die Wahl von Theophilos III., der bereits als Halbwüchsiger ins Heilige
Land kam, wurde sowohl vom Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios
I. als auch vom Oberhaupt der orthodo xen Kirche von Griechenland, Erzbischof
Christodoulos, begrüßt. Auch das Moskauer Patriarchat schloss
sich den Glückwünschen an, wo bei der Sekretär des Außenamts
des Patriarchats, Nikolaj Balaschow, daran erinnerte, dass der neue Patriarch
zwei Jahre in Moskau als Repräsentant des Jerusalemer Patriarchen
gelebt hat.
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