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Ökumenischer
Rat der Kirchen in Österreich |
| < START | Fragen zur politischen
Verantwortung (veröffentlicht im November 2000) |
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alle Christinnen und Christen und alle Menschen guten Willens in Österreich!
In einer Demokratie ist das Volk der Souverän. Daraus folgt für jede Bürgerin und jeden Bürger in einer Zeit großer gesellschaftlicher Veränderungen und rascher Entwicklungen in Österreich, in Europa und in der Welt eine besondere Verantwortung. Zur Wahrnehmung dieser Entwicklungen und zur Erfüllung der gesellschaftlichen und staatsbürgerlichen Pfl ichten und Rechte wollen die christlichen Kirchen in Österreich, die im Ökumenischen Rat verbunden sind, dazu beitragen, Ihre politische Urteilskraft zu schärfen und Sie zu ermutigen, diese aktiv einzusetzen und selbst verantwortlich zu gebrauchen. Die Empfehlung, die bereits der Prophet Jeremia an seine Landsleute gerichtet hat: „Bemüht euch um das Wohl der Stadt!", erinnert uns an die Verantwortung, die wir als Christinnen und Christen für unser Land und alle, die darin wohnen, haben, und die wir in die vielfältigen Entscheidungsprozesse in unserer Gesellschaft einzubringen haben. Das Evangelium, das wir als Christinnen und Christen gemeinsam bezeugen, beauftragt uns, auch kritische Anfragen an Politik und Gesellschaft zu richten. Auf diese Weise kommen die christlichen Kirchen ihrer prophetischen Aufgabe in der Welt nach. Wo etwa Schwache an den Rand gedrängt werden, über sie abschätzig geredet und damit der Gewalt Vorschub geleistet wird, müssen die christlichen Kirchen wie auch die einzelnen energisch widerstehen. Gegenüber Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Rassismus ist Toleranz nicht möglich.
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| Die folgenden Fragen sind eine Orientierungshilfe,
die Gewissen zu schärfen, die eigene Meinung verantwortungsbewusst zu prüfen
und zu begründen und darüber freimütig mit Anderen ins Gespräch zu kommen.
"Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein!" (Matthäus 5,37)
"Es soll bei dir gar keine Armen geben" (Deuteronomium 15,4)
"Gott liebt die Fremden" (Deuteronomium 10, 18)
"Gerechtigkeit erhöht ein Volk" (Sprichwörter 14,34)
"Dem Herrn gehört die Erde" (Psalm 24,1)
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| Wir laden Sie herzlich ein mitzuhelfen, dass die Auseinandersetzungen in den kommenden gesellschaftlichen Beratungen und Entscheidungen unseren christlichen Grundüberzeugungen nicht widersprechen. Das wäre auch ein Beitrag dafür, dass Werte wie Menschenwürde, Menschlichkeit, Toleranz und gegenseitiges Verständnis keine leeren Phrasen sind, sondern fest im gemeinsamen Leben aller Menschen in Österreich verankert bleiben und Entscheidungen auf internationaler Ebene bestimmen. |
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