ÖRKÖ-Dokumente Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ)

Tag des Judentums, 17. Jänner 2002

Fürbitten
:
- Für die jüdischen Gemeinden in unserem Land: Herr gib ihnen Bestand und
Wachstum in Frieden, damit sie Zeugnis für deinen Namen ablegen können.
- Für die Menschen in Israel und Palästina: Wir hoffen und beten, dass sie
Wege finden, damit Juden, Muslime und Christen in Gerechtigkeit und Frieden
miteinander leben können.
- Für jene, die in der Zeit des Nationalsozialismus widerstanden und den
Opfern geholfen haben: Wir gedenken ihrer in Dankbarkeit.
- Für alle Völker: Gott, erfülle deine Verheißung, dass alle Enden der Erde
dein Heil schauen werden.
- Für die Kirchen: Dass sie die jüdische Wurzel, aus der sie wachsen und
genährt werden, erkennen und davon Zeugnis geben.
- Für Juden und Christen: Bewahre unsere Wege zueinander in Dankbarkeit für
deine Treue zu deinem Bund.
- Als Jüdinnen und Juden aus unserer Stadt vertrieben wurden, als ihre
Synagogen geschändet wurden, als sie den Weg ins Exil oder in die
Vernichtung gehen mussten, als ihr Gottesdienst sein jähes Ende fand, haben
Christinnen und Christen es hingenommen oder sogar aktiv unterstützt. Herr
gib uns heute den Mut und die Kraft, diese Geschichte als Mahnung zur
bleibenden Wachsamkeit wahr- und anzunehmen.


Einführung:
Am 17. Jänner 2002 begehen die Kirchen des Ökumenischen Rates in Österreich
zum dritten Mal den „Tag des Judentums“ als neuen Gedenktag im liturgischen
Jahreskreis, einen Lehr- und Lerntag für die Kirchen. Das Datum ist bewusst
gewählt: Vom 18. bis zum 25. Jänner findet weltweit die „Gebetswoche für die
Einheit der Christen“ statt. Doch vor aller Verschiedenheit der Kirchen
untereinander steht das allen gemeinsame Fundament, ihre Verwurzelung im
Judentum. Dem entsprechend wollen die Kirchen am Tag des Judentums mit den
Mitteln ihrer je eigenen Traditionen ein positives Bekenntnis zur Wurzel des
christlichen Glaubens ablegen.

Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos erklärte
als Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zur
Einführung des „17. Jänner - Tag des Judentums“: „Die Jahrhunderte lange
Verfolgung der Juden durch Christen macht es notwendig, dass auf dem Weg der
Buße und der Neubesinnung eine Haltung gegenüber den Juden heranreift, die
dem Evangelium entspricht. Der Tag des Judentums ist also ein Besinnungstag
für Christen.“ Und in der Botschaft zum „Christentag 1999“ formulierten die
Kirchen Österreichs: „Wir beten, dass alle Kirchen erkennen, dass der
Heilsweg des Ersten Testaments weiterhin gültig ist.“

Der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich, lädt alle Gemeinden ein, an
ihrem Ort den 17. Jänner als Tag des Judentums wahrzunehmen. Die Texte und
Lieder des Gottesdienstvorschlags finden sich auf der Internetseite des
Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit:
http://www.christenundjuden.org/tag-des-judent.htm .

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